Siemens-Vorstand spendet umstrittene Gehaltserhöhung an BenQ-Fonds
Siemens hatte seine Handysparte vor einem Jahr an den taiwanesischen BenQ-Konzern verkauft. In der vergangenen Woche musste BenQ Mobile mit 3000 Beschäftigten in Deutschland Insolvenzantrag stellen. Arbeitnehmervertreter warfen Siemens vor, für die Pleite mitverantwortlich zu sein. Dabei wurde erneut die Gehaltserhöhung scharf kritisiert. Mit dem Aussetzen der Erhöhung will Siemens nun die Wogen glätten.
Mit dem Geld aus dem Fonds sollen nun Härten bei den erwarteten BenQ-Mobile-Entlassungen abgemildert sowie die Qualifizierung, Umschulung oder Weiterbildung Betroffener bezahlt werden. Kleinfeld sagte: "Wir finden die Vorgehensweise von BenQ in Deutschland inakzeptabel und helfen, so gut wir können. Wenn BenQ die Mitarbeiter im Regen stehen lässt, wollen wir aktiv tatkräftig helfen - und zwar schnell." Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser hatte angekündigt, dass entlassene BenQ-Mobile-Beschäftigte bei der Neubesetzung von Stellen im Siemens-Konzern bevorzugt behandelt werden sollen. Sie sollen bei entsprechender Qualifikation wie interne Bewerber behandelt werden.
Energisch widersprach Kleinfeld Spekulationen, nach denen die Einstellung der Handy-Sparte schon beim Verkauf an BenQ beabsichtigt gewesen sei. Kleinfeld sagte der Zeitung: "Alle Behauptungen, wir hätten die Insolvenz von BenQ Mobile in Deutschland billigend in Kauf genommen, sind böswillige Unterstellungen. Das lassen wir uns nicht gefallen. Unser Ziel war immer, für das Siemens- Handy-Geschäft eine solide Zukunft zu schaffen. Dafür haben wir finanzielle Mittel, Patente und sogar unsere Marke Siemens zur Verfügung gestellt."
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