Schweiz plant Atommüllstandorte an deutscher Grenze
Bern - Die Schweiz könnte vier von sechs geplanten Standorten für die Endlagerung von Atommüll nahe der deutschen Grenze bauen. Die möglichen Lagerplätze sollen nun in mehrjährigen Untersuchungen geprüft werden, berichtete das Bundesamt für Energie (BFE) am Donnerstag in Bern. Die potenziellen Atommülllager für mittel oder hoch radioaktive Abfälle in den Kantonen Zürich/Thurgau, Zürich/Aargau und Schaffhausen liegen in unmittelbarer Nähe zu Baden- Württemberg an der deutschen Grenze.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte das Vorgehen der Schweiz und äußerte die Hoffnung, dass beim Auswahlverfahren die Belange der betroffenen südbadischen Bevölkerung «größtmögliche Berücksichtigung» finden. Landesumweltministerin Tanja Gönner (CDU) würdigte das transparente und offene Verfahren der Schweizer und setzt darauf, «dass die baden-württembergische Seite auch künftig angemessen beteiligt wird».
Die Schweiz bezieht 40 Prozent ihres Stroms aus Atomkraftwerken. Sie will bis 2030 ein Endlager für schwach und mittel radioaktiven Atommüll und bis 2040 eines für hoch radioaktiv verseuchten Müll einrichten. Drei der nahe Baden-Württemberg liegenden Standorte könnten nach Ansicht der Schweizer Behörden auch für hoch radioaktiven Müll geeignet sein. Die Entscheidung soll nach Angaben des BFE in den kommenden zehn Jahren fallen.
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