Schweiz: Baugesuch für neue Atomkraftwerke
Bern - Die Schweizer Energieunternehmen Axpo und BKW haben am Donnerstag bei der Regierung in Bern ihre Baugesuche für neue Atomkraftwerke gestellt. Damit sollen die bestehenden Anlagen Beznau I und II an der deutschen Grenze nördlich von Zürich sowie Mühleberg, 14 Kilometer westlich von Bern, ersetzt werden. Begründet wird der Neubau unter anderem mit einem erwarteten Stromengpass ab 2018. Zu diesem Zeitpunkt enden Stromimportverträge mit Frankreich.
In der Schweiz sind derzeit fünf Atomreaktoren an vier Standorten in Betrieb. Die Anlagen stammen teilweise aus den 1970er Jahren und haben einen Anteil von rund 40 Prozent an der schweizerischen Stromproduktion. An erster Stelle steht die Wasserkraft mit rund 55 Prozent.
Der Baubeginn ist frühestens 2018 geplant. Allerdings werden bereits 2013 oder 2014 Volksabstimmungen dazu stattfinden. Nach heutigem Stand dürfte der Neubau abgelehnt werden, wie es in Schweizer Medien hieß. Erst am vergangenen Wochenende hatten die Bürger von Zürich mit Mehrheit einem langfristigen Atomausstieg der Stadt zugestimmt.
Die drei Atomkraftwerke Beznau I und II (Jahrgang 1969 und 1972) sowie Mühleberg (1972) sind die dienstältesten der Schweiz. Sie sollen ab 2020 vom Netz genommen werden. Während die drei heutigen Anlagen zusammen knapp 1100 Megawatt Leistung erbringen, sollen die Neubauten jeweils 1600 Megawatt produzieren. Pro Werk rechnen die Unternehmen mit Kosten zwischen sechs und sieben Milliarden Franken (4,0 bis 4,5 Milliarden Euro).
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