Schutz vor Angriffen aus dem Internet: Wettlauf mit der Zeit
Um den Virenschreibern möglichst dicht auf den Fersen zu bleiben, beschäftigt das russische Unternehmen in seinem Virus Lab in der Moskauer Zentrale rund 15 junge Experten, die Firmen-Chef Eugène Kaspersky liebevoll seine "Woodpecker" (Spechte) nennt. Rund um die Uhr legen sie sich im weltweiten Datennetz auf die Lauer und suchen nach neuen Schädlingen. Daneben legen sie auch so genannte Honey pots aus, Honigtöpfe, denen die Angreifer auf den Leim gehen sollen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um fingierte E-Mail-Adressen oder auch Computer, die weitgehend ungeschützt den Angreifern ausgesetzt werden. Hat ein neuer Wurm "angebissen", läuft die Stoppuhr: Innerhalb kürzester Zeit wird das Schadprogramm analysiert, ein entsprechender Schutz programmiert, das Gegengift auf verschiedenen Betriebssystemen getestet und schliesslich auf die Rechner der Nutzer gespielt.
In ähnlicher Weise, also mit dem Programmieren von Signaturen, werden die Antiviren-Hersteller nach Meinung von Lamm weitgehend auch noch in zwanzig Jahren arbeiten. Daneben setzen die Experten inzwischen aber auch parallel auf proaktive Technologien wie etwa die so genannte Sandbox. Dabei handelt es sich um einen gesicherten Bereich, eine Art Schleuse, die dem Computer gewissermassen vorgebaut ist, erklärt Lamm. Programmcodes, die der Anwender aus dem Internet herunterlädt und die nicht einwandfrei eingeschätzt werden können, könnten in diesem Raum zunächst in Quarantäne gebracht und untersucht werden. Erst nach einer Unbedenklichkeitserklärung würde der Programmcode dann vom Rechner ausgeführt werden.
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