Schädlinge auf dem Computer - Warnzeichen erkennen

dpa/tmn
Bild: Stetoskop auf Laptoptastatur


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Berlin/Bonn - Auf jedem Computer sollte unbedingt ein Antiviren-Programm installiert sein. Doch so mancher hat das eben versäumt. Oder er hat die Software nicht regelmäßig aktualisiert. Und zu 100 Prozent kann man sich auf die Viren-Schnüffler und Wurm-Zerstörer sowieso nicht verlassen. Es wäre also hilfreich, wenn man die Zeichen früh erkennen könnte, die für einen Schädlingsbefall auf dem Rechner sprechen. Doch das wird immer schwerer.


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Ein Indiz für Schadprogramme - auch Malware genannt - sei eine deutlich verminderte Geschwindigkeit beim Hochfahren des Rechners oder beim Öffnen von Dateien, so die Experten des IT-Branchenverbands BITKOM in Berlin. Ein lahmender Rechner? Malware braucht wie jedes andere Programm Ressourcen und bremst den Computer daher unter Umständen aus.

Es kann aber auch an falsch installierter Software oder an einem schlecht konfigurierten Betriebssystem liegen. Und vor allem Windows-Systeme, die schon länger im Betrieb sind, neigen dazu, langsamer zu werden. Schließlich sammeln sich im Laufe der Zeit verschiedene Programme auf dem Rechner an, die ihn mehr und mehr bremsen.

Bestenfalls hilft schon ein Blick in den "Task-Manager" von Windows, um zu sehen, ob ein unerwünschtes Programm beziehungsweise ein unerwünschter Prozess den Computer ausbremst. Unter Windows XP lässt er sich über die Tastenkombination "Strg", "Alt" und "Entf" aufrufen.

Doch während der Nutzer mit den vom Task-Manager aufgelisteten, gerade aktiven Anwendungen meist noch etwas anfangen kann, findet sich unter "Dienste" eine für den Laien unverständliche Liste von Einträgen. Dann helfen zum Teil Programme wie das online kostenlos erhältliche "System Explorer". Es listet ähnlich wie der Task-Manager oder das Windows-eigene "msconfig" aktive Programme, Dienste oder Netzwerkverbindungen auf.

Darüber hinaus bietet "System Explorer" gleich eine Einordnung dieser Einträge. Außerdem kann der Anwender vom Programm einzelne Dateien auf die Website Virustotal hochladen lassen. Der Analysedienst überprüft sie dann kostenlos auf Viren, Würmer, Trojaner und sonstige Schädlinge.

Rödelt plötzlich die Festplatte, obwohl man eigentlich nichts am Rechner macht, kann das ebenfalls ein Hinweis auf ein Virenproblem sein. Meist arbeitet zwar nur der automatische Windows-Updater oder ein ähnlich harmloses Programm. Es könnte sich aber auch um Malware handeln, die die Festplatte ausspäht oder selbstständig weiteren Schadcode aus dem Netz lädt. Windows XP zeigt in der Systemsteuerung unter "Geplante Task" an, ob gerade ein Windows-Dienst seine Arbeit tut oder nicht.

Die Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn kennen viele klassische Anzeichen für einen Virenbefall: Das Betriebssystem kann auf bestimmte Laufwerke oder Datenträger nicht mehr zugreifen. Der Rechner startet nicht oder nur noch sehr langsam. Dateien lassen sich nicht mehr ändern oder abspeichern. Symbole sehen nicht mehr so aus wie früher. Der Zugriff auf Dateien dauert sehr lange. Die Browser-Startseite wurde geändert. Ebenfalls nicht gut ist, wenn die Firewall Warnungen ausgibt, obwohl man nicht online ist.

Tritt eines dieser Probleme auf und lässt es sich nicht anders erklären als mit einem Malware-Befall, wird der Anwender besser aufmerksam. Das Problem ist nur: Solche Anzeichen gibt es laut dem BSI bei gut programmierter Malware nicht mehr.

Um unentdeckt und funktionstüchtig zu bleiben, sorgt so manche Malware dafür, dass Virenscanner ihre Virensignaturen nicht aktualisieren können. CASED-Experte Baier rät, Sicherheitssoftware von einem sauberen Rechner auf einen Wechseldatenträger, etwa auf eine bootfähige CD, zu kopieren und damit einen eventuell befallenen Computer zu überprüfen. "Da wären viele Leute überrascht, was sie auf ihrem Rechner finden." Rund 8,8 Millionen Bundesbürger hatten laut BITKOM bereits einen Virus auf dem Computer, der dort auch Schaden angerichtet hat. Man sollte die Gefahr also nicht unterschätzen.



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