Samsung Galaxy A5 (2016) im Test: Neuauflage des Design-Modells

Verivox | 03.03.2016
Bild: Samsung Galaxy A3 und A5 (2016) ©Samsung Group

Heidelberg - Vor genau einem Jahr warf Samsung das Galaxy A5 in den Ring, ein Smartphone, das sich primär durch seine flache Bauweise und das schicke Design hervortat. Nun legen die Koreaner das A5 neu auf. Das 2016-er-Modell hat dabei in nahezu allen Belangen zugelegt und nähert sich sogar dem Noch-Flaggschiff Galaxy S6 an. Der Test sagt, wo genau das A5 (2016) technisch steht.


Die zweite Generation des Galaxy A5 sieht der ersten verblüffend ähnlich: vorne und hinten Glas, ringsum ein Metallrahmen – nur einige wenige Details wurden verändert wie etwa der Mono-Lautsprecher, der von der Rückseite in die Unterkante wanderte. Damit erweist sich das 2016-er-Modell als so edel und solide wie sein Vorgänger. Geblieben ist damit aber auch die Anfälligkeit für Fingerabdrücke, was wiederum die Griffigkeit nachteilig beeinflusst. Die Breite hat sich nur marginal von 69,7 auf 70,9 Millimeter geändert, weshalb sich auch das neue A5 für heutige Verhältnisse einigermaßen passabel mit einer Hand bedienen lässt. Der Zuwachs in der Höhe um gut 5 auf knapp 145 Millimeter fällt ebenfalls kaum auf. Ganz anders als das Gewicht, das von 123 auf 155 Gramm kletterte: Derlei merkt man, selbst ohne Waage.

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Verbesserte Mattscheibe

Dafür hat aber auch der Touchscreen zugelegt, der nun 5,20 statt 4,97 Zoll (132 statt 126 Millimeter) misst: eine Steigerung um exakt zehn Prozent in der Fläche. Die Schärfe hat sich sogar verdoppelt: Dank 1080 x 1920 Bildpunkten erreicht sie 278 Pixel pro Quadratmillimeter (424 ppi) und liegt damit immerhin 14 Prozent über dem Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Smartphones. Einen solchen Unterschied erkennt auch das bloße Auge. Nicht zuletzt haben die Entwickler die Helligkeit des Super-AMOLED-Panels gesteigert: Die nunmehr 437 Candela pro Quadratmeter liegen für OLED-Displays satte 33 Prozent über dem Mittel, das wäre selbst für die allgemein helleren, klassischen LCD-Mattscheiben durchschnittlich. Kurzum: Der Monitor des neuen A5 kann sich in jeder Hinsicht sehen lassen! Das Samsung Galaxy S6 erzielt mit 1440 x 2560 Bildpunkten bei 5,1 Zoll eine Dichte von 518 Pixel pro Quadratmillimeter (578 ppi) und spielt damit noch eine Liga höher, ist aber mit 332 Candela etwas dunkler.

Octa-Core-Prozessor

In puncto Prozessor hat Samsung den Snapdragon 410 gegen den hauseigenen Exynos 7580 eingetauscht. Das bedeutet 8 statt 4 Kerne, die zudem mit 1,6 statt 1,2 Gigahertz getaktet sind. 2 Gigabyte Arbeitsspeicher besaß auch schon der Vorgänger. In der Gesamtwertung aus zwölf der bekanntesten Benchmarks mit mehr als 50 erfassten Einzelwerten kommt der Proband damit auf ein Ergebnis, das 8 Prozent unter dem Mittel schippert. Das erste A5 rangiert aktuell 38 Prozent darunter, macht ergo eine Steigerung von glatt 30 Prozent. Trotzdem dürften das nur die Wenigsten im Alltag bemerken, klappte doch auch schon beim Vorjahresmodell das Scrollen flüssig. Und wer auf maximale Leistung wert legt wie beispielsweise Gamer, dürfte ohnehin gleich zum Galaxy S6 greifen, das aktuell beeindruckende 71 Prozent über dem Schnitt schwebt. Oder auf das Galaxy S7 (Edge) warten, das ab 11. März verfügbar sein soll und aller Wahrscheinlichkeit nach noch mehr PS unter der Haube hat. Für entsprechende Preise, versteht sich.

Gute Akkulaufzeit

Den Akku haben die Koreaner einmal mehr fest verbaut, die Kapazität beträgt 2.900 Milliamperestunden. Damit erzielt der Kandidat im Laufzeittest bei der Videowiedergabe mit auf 200 Candela pro Quadratmeter gedimmter Mattscheibe im Flugmodus stramme 646 Minuten: 36 Prozent länger als üblich. Im Vergleich zum Vorgänger mit seinen 448 Minuten also ein deutlicher Fortschritt, 44 Prozent um genau zu sein. So wie auch gegenüber dem S6, das unter identischen Bedingungen 476 Minuten durchhält. Auch Intensivnutzer sollten also mit dem Galaxy A5 (2016) über den Tag kommen.

Des Weiteren lässt sich der Akku mit dem serienmäßig beiliegenden Netzteil schnell laden und auch kurze Zeiten am Kabel bringen etwas. So zeigt der vollständig entladene Akku nach 15 Minuten schon wieder 26 Prozent an, nach 30 Minuten sind es 48 Prozent, nach einer Stunde 86 Prozent. Für die volle Ladung benötigt der Proband exakt 90 Minuten. Das ist in Relation zur Akkukapazität 48 Prozent schneller als üblich.

Speicher erweiterbar

Größter Vorteil des A5 – auch des 2015-er-Modells – dürfte für viele jedoch der Slot für Micro-SD-Karten sein, der beim Galaxy S6 fehlt. Intern sind 16 (netto: 9,56) Gigabyte verbaut, außerdem unterstützt das neue A5 jetzt auch USB-On-the-Go, es lassen sich also beispielsweise USB-Sticks mithilfe eines optionalen Adapters anschließen. LTE sorgt jetzt für Downloads mit nominal bis zu 300 Megabit pro Sekunde, der aktuelle Standard WLAN ac wird aber weiterhin nicht unterstützt. Immerhin funkt der Proband per WLAN n im neueren 5-Gigahertz-Band. Bluetooth 4.1 und NFC sind ebenfalls an Bord, der Infrarot-Sender des S6 fehlt indes.

Fingerabdruck-Scanner

Nicht zuletzt verbirgt sich unter der mechanischen Home-Taste ein Fingerabdruck-Sensor – das kennt man ja mittlerweile von Samsung. Allerdings sind in jüngster Vergangenheit zahlreiche Konkurrenten mit einem Finger-Scanner auf der Rückseite auf den Markt gekommen, bei denen es ausreicht, den Finger nur kurz aufzulegen. Das geht nicht nur schneller als die Wisch-Methode von Samsung, sondern ist zudem erheblich komfortabler, vor allem bei der Bedienung mit einer Hand. Nach den jüngsten Kollegen wie Honor 5X, Huawei Mate 8 oder LG V10 erscheint das Wisch-Verfahren von Samsung inzwischen ein wenig antiquiert und unkomfortabel.

Optischer Stabilisator

Die Kamera an sich ist mit 12,78 Megapixel ebenso gleich geblieben wie die Nutzeroberfläche der App. So gibt es beispielsweise Panorama-, Serien-, Nachtmodus und HDR. Letzterer schaltet sich aber leider nach wie vor nicht automatisch zu. Im „Pro“-Modus können Belichtung, Weißabgleich und ISO-Zahl manuell justiert werden – mehr nicht. Der LED-Blitz auf der Rückseite leuchtet den Nahbereich durchschnittlich gut aus, die Auslöseverzögerung geht gegen null. Die Qualität der Aufnahmen mit maximal 4128 x 3096 Pixel entspricht jener des Vorgängers, der Schärfeverlust zu den Rändern hin erscheint aber etwas ausgeprägter auszufallen. Die Detailtreue erweist sich ebenfalls als etwas mager für diese Liga. Was am meisten überrascht: Der neu hinzugekommene optische Stabilisator macht sich bei Fotos kaum bemerkbar. Weder wirken die Testaufnahmen bei mittleren und schlechten Lichtsituationen schärfer, noch haben sich Bildrauschen, Korn oder Helligkeit signifikant verbessert. Es bleibt daher beim „Gut“ in der Fotowertung. Hier kann das Galaxy S6 mit deutlich gelungeneren Ergebnissen punkten.

Mäßige Videoqualität

Bewegtbilder werden in Full HD aufgezeichnet, nicht in 4K/UHD. Das gilt auch für die Clips der Frontkamera. Der optische Stabilisator nimmt auf die Videos wesentlich mehr Einfluss: Die Aufnahmen wirken angenehm ruhig. Das nutzt in der Praxis allerdings wenig, denn der Autofokus zieht nahezu permanent nach. Immerhin kann er per Tipp auf den Touchscreen fixiert werden: Dann sind die Ergebnisse wie schon beim ersten A5 ordentlich und kassieren ein „Befriedigend“. Allerdings muss der Scharfsteller dann bei jeder signifikanten Änderung der Distanz zum Motiv manuell reaktiviert werden, und jede Berührung des Bildschirms führt unweigerlich zu einem leichten Ruckler, sofern man nicht gerade ein Stativ benutzt. Ideal ist diese Lösung mithin nicht. Und auch in dieser Disziplin erweist sich das Galaxy S6 mit einem glatten „Sehr gut“ als klar überlegen.

Satter Sound

Der Hörtest wird mit den Ultimate Ears Reference-Monitors durchgeführt. An diesen erzeugt das A5 einen kräftigen, ausgewogenen Sound, der exakt dem des Vorgängers entspricht. Das bedeutet, dass die Höhen spritzig klingen, aber nicht ganz das Niveau der Referenz erzielen, dem Samsung Galaxy Note 4. Die Bässe wiederum werden bei höherer Lautstärke (etwa im oberen Drittel) und basslastigen Titeln ein wenig unpräzise und beginnen zu dröhnen. Das kann entweder daran liegen, dass die Software versucht nachzuhelfen, oder aber der Frequenzgang verläuft hier nicht ganz ausgewogen. Doch beides sind Differenzen auf höchstem Level und nur im direkten Vergleich und mit erstklassigem Equipment herauszuhören. Für ein knappes „Sehr gut“ reicht es daher auch beim Galaxy A5 (2016).

Noch kein Marshmallow

Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 429 Euro erwartet man mittlerweile die aktuelle Version Android 6.0 – bei günstigen Kollegen mag man da eher noch ein Auge zudrücken. Doch auch das A5 (2016) wird mit Android 5.1.1 ausgeliefert: enttäuschend! Auf der anderen Seite muss man Samsung attestieren, dass man sich um eine halbwegs ordentliche Update-Politik bemüht, weshalb „Marshmallow“ gewiss auch für das neue A5 kommt. Die Frage ist nur, wann. Darüber hinaus hat man die monatlichen Sicherheits-Patches von Google bereits implementiert – auch wenn das Testmuster im Februar noch den Stand „Januar“ anzeigte. Der Februar-Patch soll jedoch unterwegs sein. Und selbst falls die Koreaner diese Security-Updates nicht immer gänzlich tagesaktuell weiterreichen, so zeigt sich hier doch wiederum das Bemühen um einen guten Service. Das ist mehr, als man bisher der Konkurrenz attestieren kann.

Kein taktiles Feedback mehr

Die Handhabung gestaltet sich dank der Samsung-Nutzeroberfläche „TouchWiz“ wie gewohnt. Im Vergleich zu früherem Samsung-Modellen fiel im Test lediglich auf, dass die virtuelle Tastatur kein taktiles Feedback mehr produziert, also beim Antippen eines Buchstabens nicht vibriert. Das verwundert insofern, als dass ein Vibrationsmodul sehr wohl an Bord ist: Denn auf Wunsch signalisiert das A5 etwa verpasste Anrufe oder neue Nachrichten per Rütteln, sobald man das Telefon in die Hand nimmt. Das ist erforderlich, weil eine Front-LED zur Anzeige solcher Infos fehlt. Die Wisch-Eingabe von Texten a la Swpye klappt aber natürlich unabhängig davon weiterhin.

Fazit

Das Samsung Galaxy A5 (2016) hat im Vergleich zu seinem Vorgänger tüchtig zugelegt: 10 Prozent größerer, hellerer, doppelt so scharfer Bildschirm, der Prozessor ist genau 30 Prozent kräftiger, und der Akku hält sogar 44 Prozent länger durch. Damit dürften selbst Intensivnutzer über den Tag kommen. WLAN ac fehlt indes weiterhin.

Die 13-Megapixel-Kamera reicht trotz des neu hinzugekommenen optischen Stabilisators weit nicht an die Qualität des Galaxy S6 heran, Schärfe und Detailtreue bleiben etwas hinter den Erwartungen zurück, doch für ein „Gut“ reicht es noch. Die Videos ernten aufgrund des pumpenden, aber fixierbaren Autofokus nur ein „Befriedigend“. Der Audio-Klang kassiert erneut ein knappes „Sehr gut“.

Im Vergleich zum Vorgänger schneidet das 2016-er-A5 deshalb eine Ecke besser ab, doch abgesehen vom erheblich ausdauernderen Akku gibt es für A5-Besitzer keinen zwingenden Grund, umzusteigen.

Potenzielle Neukunden stehen vor der Wahl, zum alten oder neuen A5 zu greifen. Sofern diese ihr Telefon nicht allzu intensiv nutzen, dürften sie auch mit dem ersten A5 über die Runden kommen – und das kostet mit derzeit 250 statt 390 Euro wesentlich weniger. Deshalb liegt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis des Vorgängers inzwischen 18 Prozent über dem Durchschnitt, während das 2016-er-A5 17 Prozent darunter einsteigt. Eine klare Entscheidung mithin für alle, denen die kurze Akkulaufzeit des Vorjahres-A5 ausreicht. Wer nicht auf Geld achten muss, bekommt mit dem neuen A5 aber fraglos das bessere Smartphone.

Das Galaxy S6 bleibt klar in Führung und kostet aktuell lediglich 50 Euro mehr als das A5 (2016): Wer also auf Rechenkraft und Multimedia-Qualität Wert legt, sollte diesen geringen Mehraufwand nicht scheuen – sofern er ohne Speichererweiterung auskommt. Wer ein wenig Geduld aufbringen kann, sollte aber noch das Galaxy S7 abwarten: Sobald der Nachfolger am Markt ist, dürfte der Preis des S6 weiter abrutschen. Der Stapellauf des neuen Flaggschiffs erfolgt am 11. März.



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