Salzstock Gorleben illegal zu Endlager ausgebaut
Berlin - Nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" vom Donnerstag ist der Salzstock in Gorleben offenbar bereits seit Mitte der 80er Jahre illegal zu einem Atom-Endlager ausgebaut worden. Das geht aus einer internen Untersuchung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter hervor. Das BfS ist der Betreiber von Gorleben. Laut "Frankfurter Rundschau" wären die "bisherigen Erkundungskosten" ungewöhnlich hoch gewesen, "was jedoch darin begründet liegt, dass hier parallel zur Erkundung bereits der Ausbau zum Endlager begonnen wurde", hieß es. Die Existenz des Papiers wollte das BfS demnach nicht bestätigen. Für Gorleben hat es bisher nur Genehmigungen zur untertägigen "Erkundung" gegeben, um herauszufinden, ob der Salzstock für ein Endlager geeignet ist.
Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg der Atomkraftgegner im Raum Gorleben sieht sich durch das interne BfS-Papier bestätigt. "Die Erkundungslüge ist aufgeflogen", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke der "FR". Endlich komme jetzt ans Licht, dass nach Abschluss der Tiefbohrungen, also Mitte der 80er Jahre, mit dem Bau des Endlagers begonnen worden sei "und zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit". Die Errichtung eines Endlagers ohne Eignungsaussage und ohne Planfeststellungsbeschluss sei aber klar rechtswidrig. Die Atomkraftgegner forderten Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, endgültig auf den Standort Gorleben zu verzichten. Nur dadurch lasse sich das Vertrauen in einen fairen Suchprozess wiedergewinnen.
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