Sachsen-Anhalt: Klarheit über Strompreise erst nach Weihnachten

dpa | 02.10.2006
Bild: Stromleitungen

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Magdeburg (dpa) - Viele Verbraucher in Sachsen-Anhalt werden erst nach Weihnachten Klarheit über die Höhe ihrer Strompreise im kommenden Jahr haben. Bis dahin will das Wirtschaftsministerium die von den Energieversorgern beantragten neuen Preise - die teils deutlich höher liegen als bisher - genauestens prüfen, wie ein Sprecher von Minister Reiner Haseloff (CDU) am Montag der dpa in Magdeburg sagte.

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"Dabei ist maßgebend, ob Preiserhöhungen betriebswirtschaftlich begründet sind. Zudem wird wichtig sein, ob die Netzentgelte mit in die Kalkulation einbezogen sind." Diese Kosten für die Durchleitung des Stromes vom Erzeuger zum Endkunden machen rund ein Drittel des Strompreises aus und waren zuletzt deutlich gesunken.

Bei dem nun begonnenen Genehmigungsverfahren steht Sachsen-Anhalt laut Haseloff in engem Kontakt mit den Nachbarbundesländern. "Ziel ist es, die Prüfungen nach möglichst einheitlichen Kriterien und mit der gleichen Strenge durchzuführen", sagte sein Sprecher. Schon vor Tagen hatte der Minister angekündigt, dass keine Preise genehmigt werden, die seinem Haus nicht plausibel erscheinen.

Die CDU-Landtagsfraktion mahnte ein "kritisches Prüfverfahren" an. Die von diversen Stadtwerken geplanten Aufschläge seien "zum Teil sehr fraglich", sagte der CDU-Wirtschaftsfachmann Detlef Gürth. Sachsen-Anhalt habe Strompreise, die in vielen Regionen bereits deutlich über dem Bundesdurchschnitt lägen. Dies gefährde die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die Preispolitik mancher Anbieter habe nichts mehr mit marktwirtschaftlichen Prinzipien zu tun und benachteilige Verbraucher und Unternehmen, sagte Gürth.

Zum 1. Januar 2007 wollen in Sachsen-Anhalt 17 der 25 städtischen Energieversorger ihre Strompreise um teils mehr als ein Zehntel erhöhen. Die entsprechenden Anträge muss das Wirtschaftsministerium genehmigen. Am deutlichsten wollen die Stadtwerke Weißenfels den Strompreis erhöhen, nämlich um netto 12,52 Prozent. Zweistellige Zuschläge sind auch von den Stadtwerken in Aschersleben, Quedlinburg, Sangerhausen und Wittenberg beantragt worden. Die Strompreise waren zuletzt Anfang dieses Jahres angehoben worden. Die Antragsfrist für neue Preiserhöhungen war am Samstag abgelaufen.



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