RWE verschiebt Börsengang von US-Wassertochter
Ursprünglich wollte RWE die Mehrheit von American Water bis zum Jahresende an die Börse bringen und damit die Konzentration auf das Kerngeschäft abschließen. Finanzchef Pohlig beteuerte, dass weiterhin der Börsengang der Gesellschaft geplant sei. Er ließ offen, wann RWE einen neuen Anlauf dazu nehmen wird. Einen Verkauf etwa an Finanzinvestoren schloss der Manager aus, da dies am Veto der Aufsichtsbehörden scheitern würde. Nach Einschätzung von Analysten liegt der Wert von American Water bei rund sechs Milliarden Euro. Pohlig äußerte sich nicht dazu.
Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnete der Energiekonzern einen deutlichen Ergebnisschub. Der Betriebsgewinn kletterte in den ersten neun Monaten um 20,5 Prozent auf 5,83 Milliarden Euro. Der Überschuss erhöhte sich um 35,1 Prozent auf 2,83 Milliarden Euro, während der Umsatz von 32,24 Milliarden auf 31,5 Milliarden Euro zurückging. Das Gewinnplus erklärte die Gesellschaft mit Zuwächsen seiner Stromerzeugungssparte, wodurch Belastungen durch den Ausfall des Kernkraftwerks Biblis sowie die Netzregulierung ausgeglichen wurden.
Alleine durch den Ausfall von Biblis sei eine Belastung von bisher rund 600 Millionen Euro entstanden, sagte Pohlig. Im Schlussquartal könnten weitere 300 Millionen Euro hinzukommen. Unter Druck steht RWE auch im Privatkundengeschäft, das von zunehmendem Wettbewerb geprägt ist. Netto sank die Kundenzahl in diesem Jahr bislang um 100.000.
Mit seiner Bilanz übertraf RWE die Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten zum Teil. An der Börse fiel die Aktie dennoch um 4,5 Prozent ans DAX-Ende, was Analysten mit der Verschiebung des American-Water-Börsengangs begründeten.
Für das Gesamtjahr stellte RWE unverändert einen Zuwachs beim Betriebsgewinn von 10 bis 15 Prozent in Aussicht. Da American Water in die Bilanz mit einfließen, rechnet die Gesellschaft nun mit einem Umsatz, der leicht über dem Vorjahreswert von 44,3 Milliarden Euro liegen wird.
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