RWE verliert öffentlichen Übernahmeschutz
Berlin - Einem Pressebericht zufolge hat der Essener Energieriese RWE seinen öffentlichen Übernahmeschutz verloren. Die "Welt" berichtet am Mittwoch, unter Berufung auf kommunale Vertreter, dass der Anteil der Städte deutlich unter die Sperrminoritäts-Grenze von 25 Prozent gefallen sei. Auch bei RWE werde dies inoffiziell bestätigt. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Wie das Blatt schreibt, droht eine weitere Erosion der städtischen Beteiligung. Die angeschlagene WestLB muss demnach ihre Beteiligung an einem kommunalen Aktienpaket auf Drängen der EU abstoßen. Dies könnte eine Kettenreaktion auslösen, an deren Ende der Einfluss von Städten und Gemeinden im Konzern gebrochen werde, schreibt die Zeitung. Offiziell hätten sich aber weder RWE noch die WestLB dazu äußern wollen.
Laut der "Welt", die sich auf entsprechende Unterlagen beruft, muss die WestLB bis Ende Juni rund 3,4 Millionen Aktien im Wert von rund 190 Millionen Euro verkaufen. Diesen Anteil halte die staatliche Bank in einer Schachtelbeteiligung mit mehreren Städten und Gemeinden. Insgesamt kontrollierten die Kommunen über die Schachtelbeteiligung 15,8 Prozent an RWE, die WestLB halte davon 3 Prozent. Nach Angaben des Blattes würde durch ein Unterschreiten der 15-Prozent-Schwelle ein Steuervorteil für die Kommunen wegfallen, was viele Kämmerer zu Aktienverkäufen verleiten könnte.
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