RWE-Tochter will im Wattenmeer nach Erdöl bohren

AFP, Verivox | 21.01.2008
Bild: palniki gazowe


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Mainz/Hamburg (AFP) - Unabhängig vom Nationalpark-Status des Wattenmeers und von dessen möglicher Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe will die RWE-Tochter Dea dort nach Erdöl bohren. Der Energiedienstleister plane fünf Erkundungsbohrungen vor der schleswig-holsteinischen sowie eine weitere vor der niedersächsischen Küste, berichtete das ARD-Magazin "Report Mainz" am Montag vorab. Einen Antrag für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer habe RWE Dea zwar zunächst zurückgezogen, diesen jedoch in der vergangenen Woche neu gestellt. Nach erfolgreichen Probebohrungen soll das Erdöl demnach durch Schrägbohrungen von außerhalb des Nationalparks gewonnen werden. Ob dies technisch möglich sei, lasse RWE Dea allerdings offen.

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Ein Sprecher der Umweltschutzorganisation WWF kritisierte die Pläne scharf. "Die Vögel werden gestört. Die Seehunde werden gestört. So etwas gehört einfach nicht in den Nationalpark", sagte er. Er befürchte einen erheblichen Schaden. "Das ist wie die Faust aufs Auge, wie eine Pommesbude im Kölner Dom." Unter Berufung auf das Nationalparkgesetz Schleswig-Holstein, demzufolge Sprengungen und Bohrungen unzulässig sind, kündigte er gegenüber "Report Mainz" rechtliche Schritte gegen die Ölbohrungen an. Auch Greenpeace plane Proteste "mit allen friedlichen Mitteln", sagte ein Sprecher in Hamburg. "Dieser Naturraum darf nicht aus Wirtschaftsinteressen gefährdet oder gar zerstört werden."

Bis Anfang Februar wollen Deutschland und die Niederlande das Wattenmeer vor der Nordseeküste bei der UNESCO als Weltnaturerbe nominieren. Es zähle zu den "außergewöhnlichsten, schönsten und ehrfurchtgebietendsten Landschaften und Meerespanoramen weltweit", heißt es in der Begründung. Anders als Schleswig-Holstein und Niedersachsen hatte das ursprünglich ebenfalls beteiligte Hamburg in der vergangenen Woche seine Zustimmung zu dem Antrag verweigert. Bisher ist in Deutschland mit der Grube Messel bei Darmstadt erst eine Naturstätte als UNESCO-Welterbe anerkannt.



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