RWE steigert Gewinn dank hoher Strompreise deutlich
AFP
Essen (AFP) - Dank hoher Strompreise hat Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE im vergangenen Jahr einen Milliardengewinn gemacht. Das um Sondereinflüsse bereinigte Nettoergebnis des Konzerns legte um 9,3 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Wegen Einmaleffekten wie des Verkaufs des britischen Wasserkonzerns Thames Water und positiver Effekte durch neue Steuergesetze lag der Gewinn insgesamt sogar bei 3,8 Milliarden Euro und damit 72,4 Prozent höher als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf rund 44,3 Milliarden Euro. RWE-Chef Harry Roels will sich weiterhin nicht wie Konkurrent Eon zu großen Übernahmen hinreißen lassen.
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Der RWE-Konzern ist der zweitgrößte der vier großen in Deutschland tätigen Stromkonzerne. Auch die anderen drei Unternehmen - Eon, Vattenfall und EnBW - machen wegen der hohen Strompreise hierzulande in jüngster Zeit hohe Gewinne. Der RWE-Konzern geht auch in diesem Jahr von weiter guten Geschäften aus. Das Unternehmen peilt 2007 einen Gewinn von zehn Prozent an. Von den 44,3 Milliarden Euro Umsatz machte RWE rund 26,6 Milliarden in Deutschland. Der Umsatz hierzulande legte überdurchschnittlich um 15,5 Prozent zu. Das Unternehmen will die Dividende mit 3,50 Euro je Aktie verdoppeln.
RWE-Chef Harry Roels sagte, der derzeitige Markt für Zukäufe sei überhitzt und Energieunternehmen überbewertet. Für RWE kämen ausschließlich "gezielte Zukäufe" in Frage, etwa in Osteuropa. Damit schloss der scheidende RWE-Chef milliardenschwere Übernahmen aus. Zurzeit rollte eine Fusionswelle durch die Energiebranche. Deutschlands größter Energieversorger Eon bietet für den spanischen Endesa-Konzern mehr als 40 Milliarden Euro. Roels war unter anderem unter Druck gekommen, weil er sich bisher sehr passiv verhalten hatte, was Zukäufe anging. Diese Kritik dürfte mitverantwortlich sein, dass Roels im kommenden Jahr den Chefsessel bei RWE räumen muss.
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