RWE plant Bau von neuem Braunkohle-Kraftwerk
Niederaußem - RWE, der zweitgrößter Energieversorger Deutschlands, will ein neues Braunkohle-Kraftwerk im Rheinischen Revier bauen. Die Anlage mit bis zu 2.000 Megawatt (MW) soll am Standort Niederaußem errichtet werden. Dies sagte am Mittwoch der Vorstandsvorsitzende der Stromerzeugungssparte Power, Johannes Lambertz.
Bereits im kommenden Jahr soll das Genehmigungsverfahren eingeleitet werden. Mit einer Bauentscheidung sei allerdings erst zwei bis drei Jahre später zu rechnen, betonte Lambertz. Diese werde erst getroffen, sobald eine "nicht mehr beklagbare" Genehmigung vorliege.
CCS-Projekt liegt auf Eis
Planungen für den Bau eines CCS-Testkraftwerks mit Kohlendioxdabscheidung in Hürth hat der Essener Energiekonzern dagegen wegen der unsicheren Rechtslage vorerst gestoppt. "Das Projekt liegt mittlerweile auf Eis", sagte Lambertz. Die als "Carbon Capture and Storage" (CCS) bezeichnete Technologie gilt als Schlüssel, um Strom aus Kohle sauberer zu machen. In Deutschland fehlt bislang aber weiter ein gesetzlicher Rahmen.
In Schleswig-Holstein war RWE auch mit dem Vorhaben gescheitert, dort das Kohlendioxid zu speichern. Damit begründete Lambertz auch den Stopp der Planungsmaßnahmen. "Wir haben die gesamte Ingenieursarbeit dokumentiert", sagte Lambertz. Damit könnte das Projekt sofort wieder aufgenommen werden.
Nach einer von RWE Power in Auftrag gegebenen Studie des Forschungsinstituts EEFA sichert die rheinische Braunkohlenindustrie bundesweit rund 42.000 Arbeitsplätze. In Nordrhein-Westfalen hängen demnach knapp 34.000 Jobs direkt und indirekt an der Gewinnung und Nutzung der Braunkohle.
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