RWE hat Antrag auf längere Laufzeit von Biblis gestellt

dpa
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Essen/Wiesbaden (dpa) - Der Kraftwerksbetreiber RWE hat am Dienstag in Berlin einen Antrag auf Laufzeitverlängerung für das südhessische Kernkraftwerk Biblis gestellt. Das hat ein Sprecher von RWE Power in Essen bestätigt. Die hessischen Grünen nannten das Vorhaben unverantwortlich. Sie forderten Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, den RWE-Antrag nicht zu genehmigen.

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Wie die "Berliner Zeitung" (Dienstag) berichtet, will RWE die Laufzeit des seit 1974 betriebenen Atommeilers Biblis A um drei Jahre bis 2011 verlängern. Der RWE-Antrag beim Bundesumweltministerium sehe die Übertragung von bislang nicht genutzten Reststrommengen anderer Atommeiler des Konzerns auf den 1200-MW-Reaktor Biblis A vor. Im Gespräch sei dabei eine Strommenge von insgesamt 30 Terawattstunden. Der Atommeiler Biblis B soll nach dem Antrag ebenfalls länger laufen und erst 2011 abgeschaltet werden.

Nach dem von der rot-grünen Bundesregierung ausgehandelten Atomausstiegsplan müsste der ältere Block Biblis A 2008 und der etwas jüngere Block B ein Jahr später abgeschaltet werden. Die hessische Landesregierung hält Kernenergie so lange für nötig, bis es ausreichende Alternativen gibt. Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) hatte daher noch Mitte September erklärt, er unterstütze den Antrag von RWE auf längere Laufzeiten.

Umweltschützer haben mit scharfer Kritik auf den Antrag des Energiekonzerns RWE auf Laufzeitverlängerung für den Atommeiler Biblis A reagiert. Dies bedeute faktisch die Aufkündigung des vor sechs Jahren auch von RWE unterzeichneten Atomkonsenses, erklärte die Deutsche Umwelthilfe am Dienstag in Berlin. Der Verlängerungsantrag für den ältesten deutschen Reaktor sei ein "Anschlag auf die Sicherheit der Bevölkerung".

Der Naturschutzbund NABU schloss sich der Kritik an. "Die Aufkündigung des mühselig erkämpften Atomkonsenses ist eine ungeheuerliche Provokation. Mit diesem Vorstoß reißt RWE aus reiner Profitgier gesellschaftliche Gräben wieder auf, die gerade mal im Ansatz zugeschüttet waren", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Dem Antrag zufolge will RWE Strommengen vom Atomkraftwerk Mülheim- Kärlich auf Biblis A übertragen, obwohl genau diese Variante im Atomkonsens ausgeschlossen wurde. Als Alternative schlägt RWE eine Übertragung von Strommengen des Atomkraftwerks Lingen vor.



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