RWE hat Antrag auf längere Laufzeit von Biblis gestellt
Nach dem von der rot-grünen Bundesregierung ausgehandelten Atomausstiegsplan müsste der ältere Block Biblis A 2008 und der etwas jüngere Block B ein Jahr später abgeschaltet werden. Die hessische Landesregierung hält Kernenergie so lange für nötig, bis es ausreichende Alternativen gibt. Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) hatte daher noch Mitte September erklärt, er unterstütze den Antrag von RWE auf längere Laufzeiten.
Umweltschützer haben mit scharfer Kritik auf den Antrag des Energiekonzerns RWE auf Laufzeitverlängerung für den Atommeiler Biblis A reagiert. Dies bedeute faktisch die Aufkündigung des vor sechs Jahren auch von RWE unterzeichneten Atomkonsenses, erklärte die Deutsche Umwelthilfe am Dienstag in Berlin. Der Verlängerungsantrag für den ältesten deutschen Reaktor sei ein "Anschlag auf die Sicherheit der Bevölkerung".
Der Naturschutzbund NABU schloss sich der Kritik an. "Die Aufkündigung des mühselig erkämpften Atomkonsenses ist eine ungeheuerliche Provokation. Mit diesem Vorstoß reißt RWE aus reiner Profitgier gesellschaftliche Gräben wieder auf, die gerade mal im Ansatz zugeschüttet waren", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Dem Antrag zufolge will RWE Strommengen vom Atomkraftwerk Mülheim- Kärlich auf Biblis A übertragen, obwohl genau diese Variante im Atomkonsens ausgeschlossen wurde. Als Alternative schlägt RWE eine Übertragung von Strommengen des Atomkraftwerks Lingen vor.
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