RWE hält fünf alte Braunkohleblöcke länger am Netz - SPD-Warnungen
"Das kann nur eine Konsequenz haben", sagte der Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrich Kelber, der dpa am Mittwoch. "Die ältesten Braunkohlekraftwerke müssen noch weitere Abschläge bei der Zuteilung von CO2-Zertifikaten im Emissionshandel bekommen. Dann wird es teurer, die Kraftwerke zu betreiben." Er spielte damit auf die gerade erzielte Einigung in der Bundesregierung im wochenlangen Kohlestreit an.
Die alten Braunkohleblöcke in Frimmersdorf sollen im Gegenzug zum Neubau von Braunkohlekraftwerken am Niederrhein, wo RWE tausende Megawatt Strom aus Braunkohle erzeugt, stillgelegt werden. Bis spätestens 2012 muss in Frimmersdorf der letzte der derzeit elf 150- Mega-Watt-Blöcke stillgelegt sein. Dann sollen sie durch neue Anlagen ersetzt sein.
Kelber kritisierte, dass das Unternehmen trotz der drohenden Klimagefahren ausgerechnet die dreckigsten Anlagen länger am Netz halten wolle. "Das ist der wahre Grund: RWE will damit länger Geld verdienen." Auch die Begründung sei abenteuerlich. Dabei hatten Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Wirtschaftsminister Michal Glos (CSU) gerade erst ihren Braunkohlestreit beendet und damit grünes Licht für das Zuteilungsgesetz zum Emissionshandel 2008 bis 2012 gegeben. In diesem Rahmen werden neue moderne Kraftwerke ohne die - für ineffiziente Altanlagen fälligen - Kürzungen bei den Emissionsrechten kostenlos mit Zertifikaten ausgestattet. Wer zuviel CO2 emittiert, soll weitere Rechte teuer von denen hinzukaufen müssen, deren klimafreundlichere Anlagen Zertifikate übrig lassen.
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