Russlands Öl-Lieferung nach Deutschland wieder normal
Die Raffinerie wird unter anderem von den Ölgesellschaften Shell, BP, Agip und Total betrieben und bekommt unter anderem Rohöl über die "Freundschaft"-Pipeline ("Druschba"). Lukoil hatte in den vergangenen zwei Monaten die Liefermenge über diese Leitung nach Deutschland um ein Drittel gesenkt. Deutschland bezieht etwa ein Fünftel seines gesamten Ölbedarfs über die aus Sowjetzeiten stammende Pipeline.
Auch andere russische Öl-Firmen hatten Angaben des Pipeline- Betreibers Transneft zufolge ihren Lieferumfang gedrosselt, ohne den Schritt zu begründen. Der zweitgrößte russische Ölproduzent hatte am Montag angekündigt, bis Ende August wieder im vollen Umfang seine vertraglich vereinbarten Lieferungen nach Deutschland zu erfüllen.
Lukoil hatte zuletzt im Mai seinen vollen Lieferumfang eingehalten und 467 000 Tonnen Öl nach Deutschland geliefert. Insgesamt sollen laut Transneft 1,7 Millionen Tonnen monatlich nach Deutschland fließen. Die Lieferungen aller Unternehmen zusammengerechnet, sei seit Juni etwa 20 Prozent weniger Öl nach Deutschland geflossen.
Alekperow begründete die Drosselung nun mit verschlechterten Lieferbedingungen in den Westen. Hintergrund sei, dass Weißrussland im Februar die Durchleitungsgebühren für das Öl um mehr als 30 Prozent erhöht hatte. Entsprechend seien die Einnahmen bei den russischen Firmen gesunken. Lukoil habe deshalb seinen Lieferumfang "geändert" und Teilmengen über das Baltische Pipelinesystem umgeleitet, sagte Alekperow. Am Montag hatte Lukoil "kommerzielle Gründe" für die Kürzungen genannt.
Experten schlossen nicht aus, dass die Drosselung mit dem Interesse von Lukoil am Kauf von Raffinerien in Westeuropa im Zusammenhang stehe. In den vergangenen Jahren hatte Lukoil wiederholt versucht, Raffinerien in Westeuropa zu übernehmen. Im Frühjahr hatte das Unternehmen sein Interesse am Einstieg bei der Wilhelmshavener Raffinerie Gesellschaft (WRG) bekundet.
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