Russland will Einfluss auf rohstoffreiche Arktis stärken
Moskau (AFP) - Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat angekündigt, den russischen Anspruch auf die unter dem Eis der Arktis liegenden Rohstoffe zu festigen. Es müssten die juristischen Formalitäten zur Festsetzung der russischen Grenze in der Region geschaffen werden, sagte Medwedew am Mittwoch in Moskau.
"Wir müssen langfristig die nationalen Interessen Russlands in der Arktis festigen." Die Region sei "strategisch" wichtig und der Einfluss Russlands müsse für kommende Generationen gesichert werden, sagte der russische Staatschef vor dem Nationalen Sicherheitsrat.
Die fünf Anrainerstaaten der Arktis - USA, Russland, Dänemark, Norwegen und Kanada - streiten sich um ihre Ansprüche in der rohstoffreichen Arktis. Seit durch den Klimawandel das Polareis schmilzt, wachsen auch Begehrlichkeiten zur Nutzung der frei werdenden Meeresgebiete in der Arktis. Unter dem Eis wird rund ein Viertel der weltweit vorhandenden Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet, durch die Gletscherschmelze ließen diese sich bald ausbeuten.
Wer die unter dem Polareis versteckten Rohstoffe nutzen darf, ist umstritten. Jedem der fünf Anrainerstaaten steht nach internationalem Recht eine 200-Seemeilen-Zone vor der Küste zur ausschließlichen wirtschaftlichen Nutzung zu. Für jede weitere Nutzung müssen sie wissenschaftlich belegen, dass das Gebiet Teil ihres Territoriums ist.
Russland beansprucht den unterseeischen Lomonsow-Rücken als Teil seines Hoheitsgebiets und damit eine Erweiterung seiner Einflusszone. Die Bergkette zieht sich unter Wasser von Sibirien bis nach Grönland. Kanada und Dänemark widersprechen dieser Auffassung.
Russland hatte im vergangenen Jahr für heftige Proteste gesorgt, als es zum Zeichen seines Anspruches auf die Rohstoffvorkommen der Arktis eine russische Flagge auf dem Grund des Ozeans hisste.
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