Russland und die Ukraine legen ihren Gas-Streit bei
In den vergangenen Tagen hatte die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko mehrfach gefordert, alle Zwischenhändler auszuschalten und direkte Verträge zwischen Gazprom und Naftogas auszuhandeln. Die Politikerin warf Gazprom vor, mit Hilfe undurchsichtiger Verträge über RosUkrEnergo zusätzlich Profit zu machen. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für Gas aus Russland.
"Wir bedauern, dass es regelmäßig zu diesen Problemen kommt", sagte Putin nach mehr als dreistündigen Verhandlungen mit Juschtschenko. Der weltgrößte Gaskonzern hatte zuvor gedroht, am Dienstag 16.00 Uhr MEZ die Lieferungen an das Nachbarland um 25 Prozent zu drosseln, sollte das Geld nicht gezahlt werden.
Nach der Vereinbarung werde die Ukraine in diesem Jahr den vergleichsweise niedrigen Basis-Preis von 179 Dollar (123 Euro) für 1000 Kubikmeter Gas bezahlen, sagte Juschtschenko. Auslöser des jüngsten Streits waren verringerte Lieferungen von relativ billigem Gas aus Zentralasien über Russland an die Ukraine. Wegen einer ungewöhnlich starken Frostperiode hatte etwa Tadschikistan nicht in vollem Umfang liefern können. Russland sah sich deshalb in den vergangenen Monaten gezwungen, mehr von dem eigenen Gas beizusteuern, wodurch sich der Gesamtpreis für die Ukraine erhöhte.
Bei ihren Gesprächen im Kreml vereinbarten die Präsidenten eine strategische Partnerschaft ihrer beiden Länder im Energiesektor. Putin sagte, die Erfüllung von Verträgen zwischen Kiew und Moskau diene auch der Versorgungssicherheit in Europa. Bei einem Gas-Streit zwischen beiden Ländern vor zwei Jahren war es auch bei den Endkunden in der Europäischen Union (EU) vorübergehend zu Engpässen gekommen. Putin und Juschtschenko wollen künftig auch enger im Flugzeugbau, bei der zivilen Nutzung von Atomenergie, im Transportsektor und in der Raumfahrt zusammenarbeiten.
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