Russland und China vereinbaren Bau von Atomreaktoren und Ölpipeline

dpa
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Moskau - Russland wird im größten chinesischen Atomkraftwerk Tianwan zwei weitere Reaktoren bauen. Darauf einigten sich die Regierungschefs von Russland und China, Wladimir Putin und Wen Jiabao, am Dienstag in Moskau, wie die Agentur Interfax meldete. «Die ersten beiden von Russland und China dort errichteten Blöcke arbeiten stabil», sagte Putin nach einem Treffen mit Wen. Beide Länder vereinbarten auch den Bau einer Pipeline von Sibirien nach China mit einer Jahreskapazität von mindestens 15 Millionen Tonnen Öl. Zudem verhandelten Putin und Wen über einen chinesischen Milliarden- Kredit an die staatlichen russischen Ölfirmen Transneft und Rosneft.


Mit dem Kredit in Höhe von rund 25 Milliarden US-Dollar (etwa 20 Milliarden Euro) würde sich China übereinstimmenden Medienberichten zufolge bis etwa zum Jahr 2030 rund 300 Millionen Tonnen russisches Öl sichern. Die am Dienstag vereinbarte Pipeline soll von der russischen Ostsibirien-Pazifik-Leitung abgezweigt werden. Putin hatte in den vergangenen Jahren noch als russischer Präsident versprochen, beim Bau der Pipeline nahe des weltweit größten Süßwassersees Baikal auf den Umweltschutz zu achten.

Der frühere Kremlchef sagte nach dem Treffen mit Wen, beide Länder wollten auch im Hochtechnologiesektor enger zusammenarbeiten. Konkret gehe es um den Bau eines Werks für Gaszentrifugen in China und die gemeinsame Entwicklung eines zivilen Flugzeugs. Putin appellierte an chinesische Unternehmen, sich an Ausschreibungen vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi zu beteiligen. «Pekings ganz frische Erfahrungen mit den Spielen werden sehr nützlich für uns sein», sagte der russische Regierungschef. Wen sagte, China unterstütze Russlands geplanten Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO. «Die Aufnahmeverhandlungen dürfen aber nicht politisiert werden», warnte der chinesische Regierungschef. Wen traf am Dienstag auch mit Präsident Dmitri Medwedew zusammen.

US-Handelsminister Carlos Gutierrez hatte im August den russischen WTO-Beitritt wegen des Georgien-Krieges infrage gestellt. Moskau weist eine solche Diskussion zurück. Vor kurzem hatte der russische Vize-Regierungschef Igor Schuwalow gesagt, Moskau rechne weiter mit einer WTO-Mitgliedschaft, allerdings nicht mehr bis Ende 2009.



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