Russland liefert Atomreaktoren an Indien
Neu Delhi - Indien und Russland wollen ihre Zusammenarbeit im zivilen Nuklearbereich ausbauen. Russland werde vier neue Reaktoren für ein Kraftwerk im Süden des Landes liefern, sagte der indische Premierminister Manmohan Singh nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in Neu Delhi. Zudem sei mit russischer Hilfe der Bau neuer Atomkraftwerke geplant. Im Rahmen des dreitägigen Staatsbesuchs Medwedews unterzeichneten beide Seiten am Freitag ein entsprechendes Abkommen über die Lieferung russischer Atomtechnologie. Singh nannte das Abkommen einen "Meilenstein" in den bilateralen Beziehungen.
Erst im Oktober hatten Indien und die Vereinigten Staaten ein Abkommen unterzeichnet, das US-Firmen den Verkauf von ziviler Atomtechnologie und nuklearem Brennmaterial an das südasiatische Land erlaubt, obwohl dieses den Atomwaffensperrvertrag nicht anerkennt. Zuvor hatte die Nuclear Suppliers Group (NSG), ein Zusammenschluss von 45 Exportländern für Atomtechnologie, auf Druck der USA beschlossen, ein seit 1974 geltendes Lieferverbot für Atomtechnik nach Indien aufzuheben.
In Indien sind gegenwärtig 14 Reaktoren in Betrieb, 9 weitere sind im Bau. Nach Angaben von Experten will Indien in den nächsten 15 Jahren 25 weitere Reaktoren bauen - um die lukrativen Verträge bemühen sich amerikanische, russische sowie französische Firmen.
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