Russische Lukoil könnte Hauptaktionär bei spanischer Repsol werden
Madrid - Der russische Ölkonzern Lukoil könnte Hauptaktionär des spanisch-argentinischen Energieriesen Repsol werden. Die spanische Bank La Caixa erklärte am Freitag, sie verhandle mit Lukoil über den Verkauf eines Teils ihrer Repsol-Anteile. Bedingung dafür sei allerdings, dass Lukoil auch den 20-Prozent-Anteil des spanischen Baugiganten Sacyr Vallehermoso übernehme. Der hoch verschuldete Baukonzern sucht derzeit nach einem Abnehmer für seine Anteile an dem Energieversorger. Zudem ist der Versicherer Mutua Madrileña einem Radiobericht zufolge, seinen Zwei-Prozent-Anteil an Repsol an Lukoil zu verkaufen.
Würde Lukoil mindestens 30 Prozent an Repsol übernehmen, müsste der russische Konzern ein Pflichtübernahmeangebot für den Energieversorger abgeben. Nach einem Bericht der Tageszeitung "ABC" will Lukoil daher nur mit 29,9 Prozent einsteigen. Das Interesse der Russen an einem Einstieg bei Repsol hatte in Spanien Bedenken aufgrund der großen strategischen Bedeutung des Energiekonzerns ausgelöst. Repsol ist auch zweitgrößter Aktionär des spanischen Gasriesen Gas Natural, der wiederum dabei ist, das Stromunternehmen Fenosa zu übernehmen. Nach einem weiteren Zeitungsbericht ist Repsol allerdings bereit, im Falle eines Lukoil-Einstiegs die Kontrolle über Gas Natural aufzugeben.
Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero hatte am Donnerstag trotz der strategischen Bedeutung von Repsol erklärt, einen Einstieg des russischen Konzerns nicht verhindern zu wollen. Einen möglichen Einstieg des russischen Gasriesen Gazprom hatte die Regierung in Madrid vergangene Wochen hingegen noch vehement abgelehnt.
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