Rund 19 Millionen Deutsche sind "offline"
Berlin - Rund 19 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland sind trotz der Digitalisierung vieler Lebensbereiche noch nicht im Internet-Zeitalter angekommen.
Das entspricht einem Anteil von 28 Prozent der über 14- Jährigen, wie die Initiative D21, ein Zusammenschluss von Unternehmen und Regierungsbehörden, am Donnerstag in Berlin berichtete. Größte Gruppe der "Offliner" sind ältere Frauen.
Damit sei Deutschland von einer digitalen Gesellschaft noch weit entfernt, erklärte die Initiative bei der Vorstellung ihres "(N)Onliner Atlas 2010". Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto, kündigte verstärkte Bemühungen an, die "digitale Kompetenz" in der Bevölkerung zu erhöhen.
Hinter dem generellen Trend verbergen sich nach wie vor unterschiedliche Entwicklungen nach Region und Alter. Spitzenreiter bei der Internetnutzung ist Bremen mit einer Quote von 80,2 Prozent, Schlusslicht mit 62,7 Prozent Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt falle der Osten zurück, teilten die Verfasser mit: Während Bremen innerhalb eines Jahres einen Zuwachs von sechs Prozentpunkten erreichte, stagnierte die Zahl der Internetnutzer in Mecklenburg-Vorpommern (plus 0,8 Prozent). Generell gibt es auch einen großen Unterschied zwischen Stadt und Land. In Ballungszentren sind 74,8 Prozent der Menschen online, in Orten mit weniger als 5000 Einwohnern 65,8 Prozent.
Deutlich häufiger nutzt der Studie zufolge die Gruppe der Über-50-Jährigen das Internet. Ihre Internetnutzer-Quote stieg im Vergleich zu 2009 um 4,7 Prozentpunkte auf nunmehr 49,6 Prozent. Das Wachstum ging dabei allerdings vor allem auf die 50- bis 59-Jährigen zurück: Während diese bereits zu 71,8 Prozent im Netz surfen, sind es bei den über 70-Jährigen gerade einmal 23,3 Prozent. Nahezu komplett online sind dagegen Schüler. Bei ihnen liegt der Anteil der Internetnutzer laut (N)Onliner-Atlas bei 97,5 Prozent. Daneben hat auch das Einkommen einen deutlichen Einfluss: Während 92 Prozent der Deutschen mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von mehr als 3000 Euro ins Netz gehen, sind es nur knapp 50 Prozent derjenigen mit einem Einkommen von weniger als 1000 Euro.
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