Rückschlag für geplante Kernbrennstoff-Bank auf IAEA-Sitzung

AFP
Bild: Behälter für Atommüll


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Wien - Die Bemühungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) um die Gründung einer internationalen Kernbrennstoff-Bank haben durch den Widerstand der Entwicklungsländer einen Rückschlag erlitten. Die Gruppe der Entwicklungsländer und China (G77) sowie die Gruppe der blockfreien Staaten erteilten am Donnerstag in Wien den vorliegenden Vorschlägen zu einer Brennstoff-Bank in in einer gemeinsamen Erklärung eine Absage. Damit schwanden die Hoffnungen auf einen baldigen Durchbruch in den Verhandlungen, deren Ziel auch eine bessere Kontrolle der Verbreitung von kernwaffenfähigem Material ist.


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In ihrer gemeinsamen Erklärung lehnten die Entwicklungsländer jede Initiative zu einer Brennstoff-Bank ab, die einzelne Länder davon abhält, eigene Kapazitäten für den Brennstoff-Kreislauf zu entwickeln. Die 35 Mitglieder des IAEA-Aufsichtsgremium verständigten sich nach Angaben von Diplomaten daher lediglich darauf, die Pläne für den Aufbau einer Kernbrennstoff-Bank weiter zu verfolgen. Ein konkreter Zeitplan wurde nicht festgelegt. IAEA-Chef Mohamed ElBaradei hatte gehofft, dass auf der aktuellen IAEA-Sitzung einer der Vorschläge zur Gründung einer Brennstoff-Bank weiter verfolgt werden könnte.

Mit einer Brennstoff-Bank sollte die Basis geschaffen werden, um Ländern eine friedliche Nutzung der Atomkraft zu ermöglichen, indem leicht angereichertes Uran für den Betrieb von Atomkraftwerken bereit gestellt wird. Wenn ein Land auf die Technologie zur Uran-Anreicherung verzichtet, kann es auch kein waffenfähiges Spaltmaterial erzeugen. Das Atomprogramm des Iran etwa ist deshalb umstritten, weil unter anderem die USA die Versicherungen Teherans bezweifeln, es diene nur friedlichen Zwecken.

Einer der Vorschläge für eine Brennstoff-Bank etwa sah vor, dass die IAEA einen Vorrat an leicht angereichertem Uran kontrolliert. Russland hatte die Einrichtung einer Brennstoff-Bank angeboten. Erst Anfang des Jahres hatten die Überlegungen neuen Schub bekommen, als mehrere Länder und Staatengemeinschaften, darunter die EU, zu diesem Zweck die Bereitstellung von 150 Millionen Dollar angeboten hatten. Mit dem Geld hätten 60 bis 90 Tonnen leicht angereichertes Uran beschafft werden können. Diese Menge reicht aus, um einen 1000-Megawatt-Reaktor drei Jahre lang zu betreiben.



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