Röttgen plant strenge Sicherheitsauflagen für AKWs
Berlin - Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will offenbar vorschreiben, dass alle deutschen Atomkraftwerke durch Baumaßnahmen gegen Flugzeugabstürze geschützt werden. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel". Solche strengen Sicherheitsauflagen könnten den Betrieb mehrerer Atomkraftwerke unrentabel machen und nur bei einigen der 17 noch laufenden Anlagen zu einer Laufzeitverlängerung führen.
Alle AKWs sollten gegen den Absturz eines Passagierflugzeugs vom Typ A320 geschützt sein, das Terroristen in einen Meiler lenken könnten. Von Atomkraftgegnern wird kritisiert, dass zum Beispiel das in der Einflugschneise des Münchener Flughafens gelegene AKW Isar 1 nicht ausreichend gesichert sei. Das hessische AKW Biblis, das in der Nähe des Frankfurter Flughafens liegt, sei bereits beim Absturz kleinerer Maschinen gefährdet.
Die Energiekonzerne hatten zur Verbesserung des Schutzes vor Abstürzen oder Attacken Vernebelungsanlagen ins Spiel gebracht. Eine ganze Reihe von Atomkraftwerken bräuchte bei einer Durchsetzung strenger Nachrüstungspläne wohl eine neue Schutzhülle aus Beton. Das könnte bei den älteren Anlagen den Weiterbetrieb unrentabel machen.
Die Konzerne RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW warnen vor einer finanziellen Überlastung. Neben der Brennelementesteuer und möglicherweise hohen Kosten für eine Nachrüstung sollen sie einen weiteren Beitrag bei längeren Laufzeiten zahlen. Die Atombranche fordert mindestens 15 Jahre längere Laufzeiten bis etwa zum Jahr 2040 - auch, damit sich mögliche Nachrüstungen lohnen.
Präzisiert hat Röttgen laut "Spiegel" bei der Arbeit am Energiekonzept zudem, wie stark die CO2-Emissionen nach 2020 fallen sollen: Um 55 Prozent gegenüber 1990 bis zum Jahr 2030 und um 70 Prozent bis 2040. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Röttgen hätten sich auf eine Reihe von Klimaschutzmaßnahmen geeinigt.
Geplant seien etwa eine weitere Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse für Stromleitungen und für Wasserkraftwerke. Staatliche Bürgschaften solle es geben, um Investitionen in Offshore-Windparks abzusichern. Hausbesitzer sollen stärker gefördert werden, wenn sie ihre Ölheizungen durch umweltfreundliche Heizungen ersetzen. Zusätzlich rund drei Milliarden Euro veranschlage die Regierung pro Jahr, um die Energieziele zu erreichen.
Weitere Nachrichten vom 30.08.2010
- Bundesnetzagentur: Zuordnung der Frequenzblöcke abgeschlossen
- Laufzeiten: Verbände fordern Ausgleich von Wettbewerbsnachteilen
- Mobiles Internet per Handynetz - Qualität sehr unterschiedlich
- Infineon: Drahtlos-Sparte an US-Konkurrenten Intel verkauft
- Allgemeine Unkenntnis bei Entsorgung von Energiesparlampen
- Telekom nimmt Live-Betrieb der vierten Mobilfunk-Generation auf
- E.ON verkauft Beteiligung an Energiedienstleister HSE
- Microsoft-Mitbegründer wirft Apple, Google und Ebay Ideenklau vor
- Irak nennt RWE-Gasabkommen für Nabucco-Pipeline illegal
- Russischer Teil der Erdöl-Pipeline nach China fertiggestellt
- Hansenet will eigenes VDSL-Angebot starten
- Weg frei für LTE: Vodafone modernisiert sein Mobilfunknetz
- Bundeskanzlerin Merkel: "Internet-Gesetz ist unnötig"
- Stadtwerke streben Führungsrolle beim Breitband-Ausbau an
- Deutsche Telekom verärgert über Verzögerungen bei iPhone 4
- 10 Millionen Deutsche mussten Handy schon mal vermisst melden
- Energiemarkt Aktuell August 2010 erschienen
- Merkel: AKW-Laufzeitverlängerung um 10 bis 15 Jahre?
- Rohölpreise bleiben stabil bei 75-Dollar-Marke

