RIM-Chef lehnt sich gegen Blackberry-Zensur auf
New York - Der kanadische Blackberry-Hersteller RIM gibt sich im Streit mit Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kampfeslustig. Die beiden Staaten planen die Blackberry-Dienste abzuschalten, weil sie abhörsicher sind. "Es geht ums Internet", so der Co-Konzernchef Michael Lazaridis in einem am Donnerstag erschienen Interview mit dem "Wall Street Journal". "Alles im Internet ist verschlüsselt. Das ist keine Sache nur des Blackberry. Wenn sie nicht mit dem Internet umgehen können, sollten sie es abschalten."
Die saudi-arabische Regierung beginnt schon am Freitag mit der Sperrung der E-Mail-Dienste des Blackberry; in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist es am 11. Oktober soweit. Beide Staaten bemängeln, dass sie sich nicht in die Datenströme einklinken können - und sehen darin eine Gefahr etwa bei der Abwehr von Terroranschlägen. Zudem sehen sie ein Sicherheitsrisiko darin, dass die Kommunikationsdaten beim Blackberry über Server im Ausland übermittelt werden. Auch in Indien steht RIM wegen der Verschlüsselung seiner Dienste unter Druck.
Gerade wegen der Abhörsicherheit schätzen viele Unternehmenskunden die Blackberry-Handys aber. Entsprechend hat der Hersteller RIM schon klargestellt, dass er den Regierungen keinen Zugang zu den unverschlüsselten Daten gewähren werde. "Ich würde ihnen den verschlüsselten Datenstrom geben", sagte Lazaridis. Sein Unternehmen steht in Verhandlungen mit den Regierungen.
Arabien und Indien gelten als wichtige Entwicklungsmärkte für die Branche. RIM steht unter Erfolgsdruck, seit Apple mit seinem iPhone und Google mit seinem Handy-Betriebssystem Android sich ein großes Stück vom boomenden Smartphone-Markt gesichert haben. Der Anteil von RIM schrumpft. Den Trend stoppen soll das zur Wochenmitte vorgestellte Modell Torch - ein Smartphone mit berührungsempfindlichem Bildschirm und ausschiebbarer Tastatur.
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