Ricke will Staatsanwaltschaft von seiner Unschuld in der Spitzelaffäre überzeugen
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München/Bonn - Der einstige Telekom-Vorstandschef, Kai-Uwe Ricke, will die Bonner Staatsanwaltschaft persönlich von seiner Unschuld in der Spitzelaffäre überzeugen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) will Ricke erreichen, dass die Ermittlungen gegen ihn eingestellt werden. Der ehemalige Telekom-Chef werde der Behörde "Rede und Antwort stehen", sagt ein Sprecher Rickes der Zeitung.
Die Strafverfolgungsbehörde ermittelt seit eineinhalb Jahren gegen Ricke, den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel und etliche weitere Beschuldigte wegen des Spitzelskandals bei dem Telefon- und Internetunternehmen.
Zumwinkel erhofft ebenfalls auf eine Einstellung des Verfahrens, er wählt laut Zeitung allerdings einen anderen Weg. Sein Anwalt Hanns Feigen will nach eigenen Angaben noch im November einen "umfassenden Schriftsatz bei der Staatsanwaltschaft einreichen" und darin schildern, warum sein Mandant keine Schuld an dem Skandal habe.
Die Telekom hatte Mitte des Jahrzehnts die Telefonverbindungsdaten von eigenen Aufsichtsräten, von Journalisten und von anderen Personen ausgewertet, um herauszufinden, wer vertrauliche Informationen aus dem Unternehmen an die Presse gegeben haben könnte. Tätig geworden war die Abteilung Konzernsicherheit, zusammen mit der Berliner Beratungs- und Recherchefirma Network.
Mindestens ein damaliger Mitarbeiter der Konzernsicherheit soll angeklagt werden, ebenso Network-Chef Ralph Kühn. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bruch des Fernmeldegeheimnisses und wegen der Veruntreuung von Konzernvermögen.
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