Ricke und Zumwinkel in Spitzelaffäre bei Telekom belastet
Der Mitarbeiter habe ihm versichert, "dass Ricke und Zumwinkel ihm in der Angelegenheit einen Maulkorb erteilt haben", sagte Klinkhammer. "Der Mann, der diesen Auftrag hatte, durfte weder mit mir noch mit seinem Chef darüber sprechen."
Am Wochenende hatte Telekom-Vorstandschef René Obermann eingeräumt, dass der Konzern 2005 und teilweise auch 2006 Telefon-Verbindungsdaten missbraucht habe. Demnach wurde damals geprüft, wann und wie lange Manager und Aufsichtsräte mit Journalisten telefoniert haben, um herauszufinden, wer die Presse mit internen Informationen versorgt haben könnte. Zu dieser Zeit war Ricke an der Spitze des Konzerns und Zumwinkel Chef des Aufsichtsrats. Klinkhammer war von 1996 bis 2006 als Personalvorstand des Bonner Konzerns auch für die Konzernsicherheit verantwortlich.
Ricke weist die Behauptungen seines ehemaligen Vorstandskollegen Klinkhammer zurück: "Diese Vorwürfe sind unwahr und haltlos", sagte er dem "Handelsblatt". Ein Sprecher von Klaus Zumwinkel erklärte: "Herr Zumwinkel hat keinen persönlichen Auftrag erteilt." Die Geschäfte eines Unternehmens führe der Vorstand. Die Deutsche Telekom wollte sich laut "Handelsblatt" nicht äußern.
Sollten die Vorwürfe stimmen, dann hat die Telekom der Zeitung zufolge unter anderem das Fernmeldegeheimnis gebrochen. Noch sei allerdings unklar, wie genau der Auftrag an den Mitarbeiter der Konzernsicherheit aussah, ob er wirklich zu illegalen Machenschaften angestiftet worden sei oder dies ohne Wissen seiner Auftraggeber getan habe, berichtet das "Handelsblatt".
Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom will sich am Mittwoch in einer außerordentlichen Sitzung mit dem Thema beschäftigen. Die 20 Mitglieder des Kontrollgremiums sollen über den Stand der Dinge informiert werden und das weitere Vorgehen beraten.
Weitere Nachrichten vom 28.05.2008
- Verbot unerwünschter Telefonwerbung soll 2009 in Kraft treten
- Gazprom: Liefervertrag mit WinGas bis 2036 verlängert
- Handy-Absatz im erste Quartal weltweit plus 14 Prozent
- Nokia hat in Rumänien eine Million Handys produziert
- Neues Windows-Betriebssystem kann per Fingerzeig bedient werden
- Zeitung: Annäherung zwischen Berlin und Brüssel bei Energiekonzernen
- Google mit umfangreichem Angebot zur EM 2008
- BGH prüft erneut gerichtliche Kontrolle von Gaspreiserhöhungen
- Alte Schnurlos-Telefone an Frequenzen erkennen - Verbot ab 2009
- Telecom Italia dementiert Pressebericht über Fusion mit Telefónica
- Indonesien kündigt Austritt aus der OPEC an
- Zeitung: E.ON will Verhandlungen mit Gazprom abschließen
- Handelsblatt: RWE im Streit mit EU zur Abgabe des Gasnetzes bereit
- Übernahmekandidat British Energy verbucht Gewinnrückgang
- US-Ölpreis pendelt sich nach Vortagesrückgang bei 129 US-Dollar ein

