Regierung will CO2-Speicherung voranbringen
Berlin - Die Bundesregierung will die unterirdische Speicherung des klimaschädlichen Kohlendioxids voranbringen. Ein entsprechender Gesetzentwurf soll an diesem Mittwoch im Kabinett beschlossen werden. Das Verfahren eröffne eine Perspektive für eine klimaverträgliche Energieversorgung, die die Nutzung von Kohle einschließe, heißt es im Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstag vorlag. Bis 2020 sei mit dem Bau und Betrieb von bis zu drei Pilotanlagen zu rechnen. Bei Erfolg könnte die sogenannte CCS-Technik dann auch kommerziell eingesetzt werden.
Beim CCS-Verfahren (Carbon Capture and Storage) soll das bei der Stromproduktion in Kohlekraftwerken anfallende Kohlendioxd (CO2) abgeschieden und unterirdisch gelagert werden. CO2 zählt zu den Treibhausgasen, die mitverantwortlich für die globale Erwärmung sind. Es entsteht unter anderem bei der Verbrennung von Braun- oder Steinkohle. Weltweit verbindet sich mit der CCS-Technik die Hoffnung, die Kohlenutzung umweltverträglicher zu machen. Viele Industriestaaten hängen bei ihrer Energieversorgung von Kohle ab.
Bislang ist das Verfahren aber noch nicht über das Entwicklungsstadium hinausgekommen. In Deutschland erprobt der Energiekonzern Vattenfall im brandenburgischen Spremberg eine Pilotanlage für ein Braunkohlekraftwerk mit CO2-Abtrennung.
Umweltschützer bewerten die Technologie als zu riskant. Greenpeace etwa hält das geplante Gesetz für eine «geologische Zeitbombe». Dabei würden Fehler aus der Atommüll-Endlagerung wiederholt. Die Bundesregierung solle lieber erneuerbare Energien und eine effizientere Energie-Nutzung vorantreiben.
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