Rechtsverletzung im Netz: Wann deutsche Gerichte zuständig sind
Karlsruhe - Deutsche Gerichte sind nicht für das gesamte Internet zuständig. Die deutsche Justiz müsse bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet nur dann tätig werden, wenn die Inhalte einen Inlandsbezug hätten. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil (Az. VI ZR 111/10). Dies sei immer dann der Fall, wenn die Interessenkollision zwischen Persönlichkeitsrecht und Berichterstattung tatsächlich im Inland eintritt.
Der BGH wies die Klage eines russischen Geschäftsmanns mit Wohnsitz in Deutschland ab. Er hatte bei einem Klassentreffen in Moskau eine Bekannte getroffen, die mittlerweile in den USA lebt. Die Frau hatte darüber einen wohl wenig netten Bericht geschrieben und ihn in russischer Sprache und kyrillischer Schrift auf einem Internetportal veröffentlicht. Der Betreiber des Portals hat seinen Sitz in Deutschland. Das reiche nicht aus, entschied der BGH. Weder der Serverstandort noch die Möglichkeit, den Text auch in Deutschland abzurufen, begründeten die Zuständigkeit deutscher Gerichte.
Weitere Nachrichten vom 30.03.2011
- Heizkostenanstieg um bis zu 40 Prozent - Schuld nicht nur Winter
- Das Einmaleins des Recyclings: Was muss wo hin?
- Seekabel: Austausch von Öksotrom zwischen Norwegen & Deutschland
- Online-Shopping: Preise im europäischen Vergleich
- Verbraucherschützer fordern Regelung gegen Telefonabzocke
- Amazons Onlinespeicher auch in Deutschland verfügbar
- Stadtwerke: Bei Atomausstieg Milliardeninvestitionen
- Mieter zahlen für Betriebskosten im Schnitt 2,19 Euro je Quadratmeter
- Nicht ohne mein Handy: Jeder Zweite ist stets mobil erreichbar
- EU-Kommission: politischer Einfluss bei Akw-Stresstests möglich
- Weg frei für Wertstofftonne zur Entsorgung von Handys
- Open Street Map: Online-Kartographie zum Mitmachen
- Erneuerbare Energien: Deutschland weltweit Nummer 2
- Firefox veröffentlicht mobilen Browser für Android
- Nokia heizt den Patentstreit mit Apple weiter an
- Fukushima: erhöhte Radioaktivität
- Zahl der Verbrechen im Internet steigt dramatisch
- Ölpreise gesunken - Libyenkrise dominiert den Markt

