RAG will unter dem Namen Evonik an die Börse
Die Taufe des Industriekonzerns war der letzte Schritt vor dem im ersten Halbjahr 2008 geplanten Gang an den Kapitalmarkt. "Unser Ziel ist es, einer der kreativsten Industriekonzerne der Welt zu werden", kündigte Müller an. Evonik Industries werde seine führenden Positionen in attraktiven Wachstums-Märkten ausbauen. Dazu zählt Müller vor allem die Chemie und den Kraftwerksbau.
Der Milliarden-Erlös aus dem geplanten Börsengang soll in die neue Kohlestiftung fließen, die den subventionierten Steinkohlen-Bergbau bis voraussichtlich 2018 weiterführen und anschließend die Ewigkeitslasten aus dem Stiftungsvermögen tragen soll. Zu den Folgekosten nach dem Auslaufen des Steinkohlebergbaus zählen Aufwendungen für das Abpumpen von Gruben- und Grundwasser, für Bergschäden und Pensionsleistungen.
Bei dem Schritt an den Kapitalmarkt will der Industriekonzern nach Möglichkeit eine erste Tranche an einen Investor verkaufen. Der Umfang könne etwa 25 Prozent ausmachen, sagte Müller. Der Investor müsse aber einen deutlich höheren Preis bieten, als die erste Tranche an der Börse erlösen würde. "Es ist aber noch nichts entschieden", sagte Müller. Der weitere Börsengang könnte ebenfalls in Tranchen erfolgen. Diese Entscheidung treffe aber die Stiftung, in die Evonik und die Kohle zunächst eingebracht werden.
Müller sieht Evonik zunächst im Börsen-Index M-DAX angesiedelt, später im DAX. "Vom Gesamtvolumen her, und eingedenk der Tatsache, dass die Stiftung bis auf 25 Prozent runterverkauft, reicht das für den DAX", sagte der Konzernchef. Neben dem Börsenerlös erhält die Stiftung die restlichen 25 Prozent an Evonik. "Die Stiftung muss richtig Kasse machen, damit die Ewigkeitskosten nicht öffentliche Haushalte berühren", sagte Müller.
Nachdem Müller die Zukunft des Konzerns beschrieben hatte, ließ er das neue Logo auf lilafarbenem Hintergrund an der Hauptverwaltung des Unternehmens in Essen enthüllen. Unter dem Kunstnamen Evonik mit einem stilisierten kleinen "e" im Logo will der Konzern vor allem auf ökologisch geprägte Chemieprodukte und auf den Kohlekraftwerksbau setzen. Müller nannte beispielhaft Verfahren zur Papierherstellung mit Wasserstoffperoxid statt mit Chlor oder die Produktion von Solarsilizium mit 90 Prozent weniger Energieeinsatz als bei herkömmlichen Verfahren. Um in solche Zukunftsbereiche verstärkt investieren zu können, strebt Müller eine Kapitalerhöhung an.
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