RAG beschliesst Zechenschliessungen - Neuausrichtung des Konzerns
Derzeit gibt es noch neun Zechen in Deutschland mit rund 40 000 Beschäftigten. Ende März 2006 soll nach einem früheren Beschluss eine weitere Zeche geschlossen werden. 2012 soll es noch rund 20 000 Bergleute im deutschen Steinkohlenbergbau geben.
Des weiteren kündigte die RAG bei ihrer Jahrespressekonferenz eine Neuausrichtung des Konzerns auf Energie und Chemie an. Spätestens zum Jahresbeginn 2005 will der Konzern seine deutschen Energieaktivitäten unter dem Dach der Tochtergesellschaft Steag zusammenführen. "Die neue Energiesäule wird künftig das fünftgrösste deutsche Energieunternehmen sein", sagte der Vorstandsvorsitzende der RAG AG, Werner Müller. Die RAG werde mit seiner neuen Säule die guten Chancen im Kraftwerksbau nutzen.
Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister kündigte in diesem Zusammenhang eine Partnerschaft mit dem Essener Energieriesen RWE mit der Option einer Beteiligung an Steag an. RWE ist der grösste Stromabnehmer der Steag und mit über 30 Prozent Anteil nach E.ON der zweitgrösste Anteilseigner an der RAG.
Kerngeschäftsfelder seien auch Immobilien und Bergbau. Man sei dabei, den Konzern für Zukunft fit zu machen. "Und in dieser Zukunft von RAG, und das will ich deutlich betonen, wird auch die Förderung von deutscher Steinkohle einen festen Platz haben", unterstrich der frühere parteilose Bundeswirtschaftsminister. Ausserdem wolle man sich weiterhin von Randaktivitäten trennen.
Unter dem Dach der früheren Ruhrkohle AG waren Ende der 60er Jahre zahlreiche Unternehmen des Ruhrbergbaus zusammengefasst worden. Mit dem Rückgang der deutschen Kohleförderung sank auch die Bedeutung der Kohle im Konzern. Im vergangenen Jahr war die RAG als Grossaktionär beim weltgrössten Spezialchemiekonzern Degussa eingestiegen. Zum 1. Juni werden die Essener dort die Mehrheit übernehmen.
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