Q-Cells-Insolvenz: Gläubiger glauben an eine Zukunft
Bitterfeld-Wolfen - Die deutsche Solarindustrie steckt in einer Krise. Auch das einstige Vorzeigeunternehmen Q-Cells musste Insolvenz anmelden. Die Gläubiger glauben aber daran, dass die Firma gerettet werden kann.
Mehr als drei Monate nach dem Insolvenzantrag haben die Gläubiger von Q-Cells in Sachsen-Anhalt einer Fortführung des Solarunternehmens zugestimmt. Insolvenzverwalter Henning Schorau werde nun den Geschäftsbetrieb weiterführen und die Möglichkeiten der Sanierung vorantreiben, teilte Q-Cells am Mittwoch in Bitterfeld-Wolfen mit. Gleichzeitig sucht Schorau nach Käufern für die Firma. Der Investorenprozess laufe, erklärte er.
Die Rückendeckung der Gläubiger sei ein wichtiges Signal, erklärte der Insolvenzverwalter am Mittwoch. Sie zeige, dass diese an die Zukunft der Firma glaubten. Q-Cells hatte am 3. April Insolvenz angemeldet. Die Firma hatte schon seit Monaten kurz vor der Pleite gestanden. Im vergangenen Jahr hatte die Firma einen Verlust von rund 846 Millionen Euro angehäuft. Der Umsatz lag 2011 bei rund einer Milliarde Euro.
Das Unternehmen galt lange als Vorzeigeprojekt für die Ansiedlung von Zukunftstechnologien in Sachsen-Anhalt. Q-Cells startete 2001 mit anfangs nur 19 Mitarbeitern die Produktion von Silizium-Solarzellen. Zuletzt arbeiteten mehr als 2000 Beschäftigte bei dem Solaranlagen-Bauer. Derzeit kriselt die gesamte Solarbranche in Deutschland, die Pleite von Q-Cells ist bei weitem nicht die einzige Insolvenz einer Solarfirma.
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