Presse: Berlin will Moderator im Konflikt über Stromnetz AG

dpa
Bild: Frau hält Glühbirne



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München (dpa-AFX) - Die Schaffung einer bundesweiten Netzgesellschaft für das Stromnetz rückt einem Pressebericht zufolge immer näher. Das Bundeswirtschaftsministerium will nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ"/Freitagausgabe) einen Moderator einsetzen, der die vier großen Stromkonzerne an einen Tisch bringen soll. Sie sollen ihre Leitungen in die neue, unabhängige "Netz AG" einbringen. Nicht alle Stromkonzerne wollen das.

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Die Debatte um die Zukunft der deutschen Stromautobahnen schwelt seit Monaten. Derzeit unterhalten E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW jeweils ein eigenes Übertragungsnetz. In vier separaten "Regelzonen" sorgen sie für lückenlose Stromversorgung. Eine Koordination fand bislang nicht statt. Kritiker beklagen schon lange, diese Vierfach-Struktur berge erhebliche Ineffizienzen. Die Bundesnetzagentur hatte zuletzt die Mehrkosten auf einen dreistelligen Millionenbetrag beziffert.

Sowohl E.ON als auch Vattenfall wollen ihr Stromnetz verkaufen. Nach "SZ"-Informationen sind die Gespräche bei Vattenfall schon weit gediehen, noch in diesem Herbst könnten sie konkreter werden. Gerüchten zufolge sind unter anderem der tschechische Netzbetreiber CEPS und der US-Finanzinvestor Blackstone an dem 9.500 Kilometer langen Vattenfall-Netz interessiert. Letzteres allerdings gilt in Branchenkreisen als sehr unwahrscheinlich. Vattenfall selbst wollte sich nicht dazu äußern.

Während E.ON auf eine deutsche Netz AG drängt und Vattenfall zumindest keine Einwände hat, ist der Karlsruher EnBW-Konzern strikt dagegen. Der Essener RWE-Konzern wiederum kann sich zwar ein gesamtdeutsches Netz vorstellen, würde aber gerne dessen Betrieb übernehmen. Zwischen diesen Positionen müsste nun der Moderator vermitteln, den das Wirtschaftsministerium einsetzen will. Nach Informationen aus Branchenkreisen soll Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley diesen Posten übernehmen.



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