Preiserhöhungen der Versorger wirken sich auf Gastankstellen aus
Auch der Trägerkreis Erdgasfahrzeuge in Berlin geht davon aus, dass sich die Preissteigerungen wegen der Ölpreisbindung an den Erdgaszapfsäulen niederschlagen wird. Derzeit liege der Erdgaspreis pro Kilo im Bundesdurchschnitt bei 93 Cent, sagte der Sprecher des Branchenverbands, Michael Ehring. Allerdings werde Erdgas auch weiter deutlich günstiger sein als Benzin und Diesel.
"Die Differenz bleibt in etwa gleich", bestätigte Daniel Kluge vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin. Grund dafür sei die Steuerermäßigung von umgerechnet rund 65 Cent pro Liter, die der Staat bis zum Jahr 2018 auf Erdgas gewährt. Dadurch tankten Fahrer von Erdgasfahrzeugen auch weiterhin günstiger.
ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München nannte einen weiteren Grund, weshalb die Energieversorger die Preise an ihren Erdgastankstellen in nächster Zeit nicht zu drastisch anziehen würden: Schließlich wollten sie sich nicht das Umrüstgeschäft kaputt machen. Sie hätten ein Interesse daran, neue Gaskunden zu gewinnen. Viele Unternehmen werben daher derzeit kräftig um umsteigewillige Autofahrer. Laut Michael Ehring liegt der Bestand an Erdgasfahrzeugen in Deutschland bei 70.000, Tendenz steigend.
Nach Ablauf der Frist im Jahr 2018 könnte der Preis für Erdgas an den Tankstellen jedoch deutlich anziehen: "Bei den allgemein steigenden Energiepreisen rechne ich nicht damit, dass es danach noch einmal ähnliche Erleichterungen geben wird", sagte VCD-Sprecher Kluge. Am günstigsten fahre deshalb, wer möglichst bald auf Erdgas umrüstet oder auf ein Erdgasauto umsteigt: Unabhängig vom Preisniveau komme er umso länger in den Genuss des Preisvorteils.
Weitere Nachrichten vom 27.05.2008
- Sarkozy will Mehrwertsteuer auf Benzin EU-weit deckeln
- Euro-Parlamentarier haben Bedenken bei Ostsee-Pipeline
- Energieexperten: Gaspreise werden weiter deutlich steigen
- EU will Verwendung eines neuen Internet-Protokolls vorantreiben
- Nordex-Chef Richterich: Nordex wird internationaler Konzern
- Deutsches Atomforum will Dialog über Neubewertung der Kernenergie
- Bundeskartellamt genehmigt Debitel-Übernahme durch Freenet
- EU will bei Verhandlungen mit Russland mehr Energiesicherheit
- Union will Solarenergie ausbremsen – Solarbranche alarmiert
- Widerstand bei SPD und FDP gegen mögliche Gaspreiserhöhungen
- Vodafone mit deutlicher Gewinnsteigerung - Chef tritt dennoch zurück
- E.ON Ruhrgas mit Ergebnisanstieg - Gaspreise steigen weiter
- Google-Chef zählt auf mobiles Internet: Umsatzschub durch Handy-Werbung
- Über 100 Gasversorger erhöhen Gaspreise um bis zu 17 Prozent
- Zeitung: EU-Parlament für Deckelung von Strompreisen in Krisenzeiten
- Shell pumpt Milliarden in nigerianische Ölindustrie
- US-Öl kostet weiter mehr als 133 US-Dollar

