Politiker kritisieren angekündigte Erhöhung der Energiepreise
dpa
Leipzig (dpa) - Führende Politiker der Bundesregierung haben nach der Ankündigung von grossen Gas- und Stromanbietern, die Preise zum 1. Oktober zu erhöhen, scharfe Kritik an den Versorgern geübt. Sowohl Vertreter der Grünen- als auch der SPD-Bundestagsfraktion sprachen sich dafür aus, den Gas- vom Ölpreis zu entkoppeln. "In Zukunft darf es keinen Automatismus mehr zwischen der Gas- und der Ölpreisentwicklung geben", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner, der "Leipziger Volkszeitung" (Mittwoch-Ausgabe). "Wettbewerb muss im Sinne der Verbraucher stattfinden und der wird durch diesen Anachronismus verhindert", sagte Brandner.
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Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) fordert von den Versorgungsunternehmen Aufklärung über ihre Preisgestaltung. "Ich erwarte schon grösstmögliche Transparenz von den Unternehmen", sagte Künast der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe). Die Energiekonzerne, die Preiserhöhungen angekündigt hätten, müssten die drastischen Steigerungen erklären. "Dann kann jeder Verbraucher nachvollziehen, was begründet und was reine Abzocke ist", sagte Künast. Die Koppelung der Gas- an die Ölpreise sei überholt.
SPD-Fraktionsvorstandsmitglied Hans-Peter Kemper verwies zudem darauf, dass durch das derzeitige System die Gefahr von Preisabsprachen bestehe. SPD-Fraktionsvize Michael Müller sprach sich dafür aus, generell die Preisgestaltung neu zu ordnen. "Wir brauchen eine europäische Regelung. Heute ist alles abhängig vom Dollar. Warum eigentlich? Mehr Wettbewerb und Transparenz kann nur helfen", sagte der Bundestagsabgeordnete der Zeitung. Grünen-Haushaltsexpertin Antje Hermenau bezeichnete die Ölpreisbindung als eine "antiquierte Regelung", die vielleicht in den 60er Jahren noch Sinn gemacht habe, heute aber gegenstandslos geworden sei.
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