Politik und Wirtschaft unterstützen BenQ - Zukunft dennoch ungewiss
Der vorläufige Insolvenzverwalter will die Produktion zumindest bis Ende des Jahres fortsetzen. Wenn bis dahin kein Investor gefunden ist, droht das Aus. In jedem Fall dürften aber zahlreiche Arbeitsplätze wegfallen. Siemens will mit dem Härtefonds betroffenen Beschäftigten bei der Weiterbildung und der Suche nach neuen Jobs helfen. "Wenn BenQ die Mitarbeiter im Regen stehen lässt, wollen wir tatkräftig helfen", sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld.
Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen kritisierte die geplanten Hilfsmaßnahmen. "Mit einem Nothilfefonds ist es bei weitem nicht getan", sagte IG-Metall-Bezirksleiter Detlef Wetzel."10 000 Euro pro Kopf ersetzen keine Arbeitsplätze." Die mit dem Insolvenzverwalter gewonnene Zeit müsse für "tragfähige Fortführungskonzepte" genutzt werden.
Arbeitnehmervertreter und Politiker hatten den Elektrokonzern für die Pleite mitverantwortlich gemacht. Dabei wurde auch die geplante Anhebung der Vorstandsgehälter um 30 Prozent scharf kritisiert. Der Vorstand setzt die Erhöhung nun für ein Jahr aus und gibt die fünf Millionen Euro in den Fonds. Bundeskanzlerin Merkel sagte der "Bild"- Zeitung, Siemens stehe in einer besonderen Verantwortung. "Angesichts dieser Gesamtverantwortung begrüße ich es, wenn Siemens jetzt alles tut, um möglichst vielen Beschäftigten eine Zukunftsperspektive zu geben."
Siemens hatte nach eigenen Angaben auf die Zusagen von BenQ vertraut, langfristig auf den Standort Deutschland zu setzen. Nach dem überraschenden Rückzug der Taiwanesen prüft der Konzern nun rechtliche Schritte. Es sei aber noch keine Entscheidung über eine mögliche Klage gefallen, sagte ein Konzernsprecher. Derzeit sei man noch mit der juristischen Bestandsaufnahme beschäftigt. Zudem wolle man sich zunächst auch mit dem Insolvenzverwalter zusammensetzen.
Von der Pleite sind mindestens 1600 Beschäftigte in der Fertigung in Nordrhein-Westfalen direkt betroffen. Hinzu kommen 1400 Mitarbeiter in der Zentrale in München.
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