Polen will mit Berlin und Moskau über Ostsee-Pipeline diskutieren
AFP, Verivox
Warschau (AFP) - Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk will mit Berlin und Moskau über die geplante Ostsee-Pipeline diskutieren. Er wünsche sich eine Besprechung auf Führungsebene des Dreiecks Russland-Polen-Deutschland, sagte Tusk der am Montag erschienenen polnischen Ausgabe des Wochenmagazins "Newsweek". Ziel sei es, "dieses Problem zu entmystifizieren" und herauszufinden, warum Russland an einem Projekt festhalte, das drei Mal so teuer sei wie eine Gas-Pipeline durch Polen. Zudem wolle er erfahren, welches die Bedingungen zur Änderung des Vorhabens seien, sagte Tusk.
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Warschau kritisiert das umstrittene Projekt einer direkten Gas-Pipeline zwischen dem russischen Wyborg und dem deutschen Greifswald, die Polen als Transitland umgeht. Das Vorhaben belastet die Beziehungen Polens zu seinen Nachbarn Deutschland und Russland. Polen befürchtet, Russland könnte im Fall einer politischen Krise seine Gaslieferungen nach Polen drosseln oder stoppen, ohne dass Westeuropa dadurch in Mitleidenschaft gezogen würde. Bisher ist Polen Transitland für die Versorgung Westeuropas mit russischem Gas. Das russische Gasunternehmen Gazprom und die deutschen Firmen BASF und E.ON hatten sich 2005 auf den Bau einer 1200 Kilometer langen Pipeline durch die Ostsee geeinigt, die 2011 in Betrieb gehen soll.
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