Pipeline wird vor deutscher Ostseeküste verlegt
Lubmin - Am Montag hat vor der deutschen Küste die Verlegung der Ostsee-Gaspipeline begonnen. Das Investoren-Konsortium Nord Stream teilte mit, dass auf dem Verlegeschiff "Castoro 10" im Greifswalder Bodden die je zwölf Meter langen Rohre verschweißt werden. Vor der schwedischen Küste hatte man bereits vor drei Monaten mit dem Bau des mittleren Leitungsstücks begonnen. "Wir sind im Plan", so Projektleiter Georg Nowack. Durch die 1200 Kilometer lange Pipeline solle ab Ende des Jahres 2011 russisches Erdgas nach Deutschland fließen. Bereits Ende 2012 werde ein zweiter Leitungsstrang die Transportkapazität auf jährlich 55 Milliarden Kubikmeter verdoppeln.
Die Gasleitung führt auf einer Länge von 82 Kilometern durch deutsche Gewässer. In den flachen küstennahen Gewässern soll die Pipeline im Gegensatz zur restlichen Strecke in einem Graben versenkt werden. Umweltverbände hatten zunächst wegen der aus ihrer Sicht starken Eingriffe in das Ökosystem gegen den Baustart geklagt, sich aber dann mit Nord Stream außergerichtlich geeinigt. Das Bau- und Betreiberkonsortium machte unter anderem Zugeständnisse bei der umstrittenen Zwischenlagerung von Baggergut im Greifswalder Bodden.
Auf dem derzeit einen Kilometer vor der Küste verankerten Verlegeschiff werden die Rohrsegmente Stück für Stück zusammengeschweißt. Mit einer Hochleistungszugwinde wird der Rohrstrang vom Schiff aus dann mit einem zehn Zentimeter dicken Stahlseil Richtung Land gezogen. Danach bewegt sich die "Wanderbaustelle" von der Anlandestelle weg. Innerhalb eines Tages können auf der "Castoro 10" rund 500 Meter Pipelinerohre verschweißt und verlegt werden. Nach Angaben von Nord Stream kommt es während der Bauarbeiten zu keinen Beeinträchtigungen für Urlauber in den Badeorten der nahen Inseln Usedom und Rügen. Die Verlegearbeiten im gesamten deutschen Trassenabschnitt sollen im Herbst 2011 beendet sein.
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