Pilotprojekt: Strom und Wärme aus Biogas
Bisher waren solche Anlagen im Ökolandbau kaum rentabel. Die Zahl an Tieren pro Hektar ist meist zu gering, es fehlt Flüssigmist als klassischer Grundstoff für Biogasanlagen. Aber selbst mit wenig Gülle lässt sich jetzt profitabel Biogas erzeugen. Dafür muss die Gülle zusammen mit pflanzlichen Rohstoffen – in Püggen ökologisch angebauter Mais und Kleegras – verarbeitet werden. So entsteht ein Biogas, das ein Blockheizkraftwerk anschließend verbrennen kann.
Der im Wendland erzeugte Strom gelangt vollständig in das Netz eines öffentlichen Versorgers. Die entstandene Wärme beheizt ganzjährig die Gärbehälter des Bauern und im Winter sieben Wohnhäuser im benachbarten Dorf. Weitere Häuser sollen folgen. Insgesamt könnte die Anlage etwa zwölf bis dreizehn Wohnhäuser mit Wärme versorgen, sagt das UBA. Der Ökolandbetrieb und die Nachbarn sparten so 40 Tonnen Heizöl pro Jahr ein und vermieden jährlich über 100 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid.
Außerdem lässt sich der im Kleegras und Mais enthaltene Stickstoff nutzen: Als Teil der Gärrückstände kann der Bauer ihn als einfach verfügbaren, flüssigen Bio-Dünger auf die Felder bringen. Bislang pflügen Ökolandbetriebe das Kleegras in der Regel direkt unter. Sie führen dem Boden so natürlichen Stickstoffdünger zu, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten - im Ökolandbau ist mineralischer Stickstoffdünger nicht erlaubt.
Das Unterpflügen der Kleepflanzen führe jedoch zu Ammoniakemissionen sowie zum Ausstoß der Klimagase Methan und Lachgas, so das UBA. Mit dem flüssigen Dünger auf Basis fermentierten Kleegrases verringere sich dieser Ausstoß; die Landwirte brächten den Dünger also klimaschonend und ohne Ertragsverluste auf die Felder.
Quelle: Umweltbundesamt
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