PEN-Zentrum kritisiert Google-Pläne zur Digitalisierung von Büchern
dpa | 26.10.2005
Darmstadt (dpa) - Das PEN-Zentrum Deutschland hat die Pläne des Internet-Unternehmens Google zur massenhaften Digitalisierung von Büchern als "kalte Enteignung" der Autoren kritisiert. Diese müssten als Urheber ihrer Werke und des dadurch geschaffenen Vermögens geschützt werden, sagte der Generalsekretär der Schriftsteller- Vereinigung, Wilfried F. Schoeller, am Dienstag dem Deutschlandradio Kultur. Die meisten Autoren hätten ohnehin geringe Einkommen. "Und die sollen nun noch weiter gedrückt werden. Das ist natürlich nicht hinnehmbar", sagte Schoeller. Proteste gegen die Pläne von Google gab es auch bereits in den USA und Frankreich.
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Dem Deutschen Bibliotheksverband warf Schoeller eine zu unkritische Haltung zu den Google-Plänen und eigene Versäumnisse vor. Wenn viele Bücher in den Bibliotheken nicht vorhanden seien, falle das auf diese selbst zurück. "Daraus kann man nicht ableiten, dass sie nun ins Internet gestellt werden sollen und die Urheber dafür nur Peanuts bekommen sollen", sagte er.
Google will Bücher massenhaft digitalisieren und für die Volltextsuche im Internet verfügbar machen. Nach den Plänen können sie zwar nicht heruntergeladen, jedoch einige Seiten gelesen werden. Das kostenlose Angebot will Google mit Anzeigen finanzieren. Nach heftigem Protest von Verlegern und Bibliotheken in den USA, die das Urheberrecht von Autoren gefährdet sehen, stoppte Google im August Teile des Vorhabens. Zunächst will es nun keine Bücher einscannen, für die noch Urheberschutz besteht. Aus aus Frankreich bekam das Unternehmen bereits Gegenwind für seine Digitalisierungs-Pläne.
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