Paris prüft alle Optionen für Atomkonzern Areva
Bevor aber über Anteile für Bouygues entschieden werden könne, müsse der Staat erst "das Problem Siemens" lösen, hieß es in "Les Echos" weiter. Die Münchner halten 34 Prozent an der Reaktortochter Areva NP. Da Siemens sich nicht zu Gunsten seines Rivalen Alstom zurückziehen wolle, müssten die Deutschen "auf die eine oder andere Weise an dem endgültigen Schema beteiligt werden", mutmaßte "Les Echos". Dies könne über die Beteiligung am Bau von Kraftwerken oder über eine Allianz im Eisenbahngeschäft erfolgen.
Das Atomenergiekommissariat hatte im August neben einer Fusion mit Alstom zwei weitere mögliche Szenarien für die Zukunft von Areva vorgeschlagen. Eine sieht dabei die Fortführung ohne Partner, aber mit begrenzter Öffnung des Kapitals vor. Der 34-Prozent-Anteil von Siemens an Areva NP würde dabei in eine achtprozentige Beteiligung an der Holding umgewandelt. Als dritte Variante wurde ein Einstieg von Bouygues bei Areva NP mit 34 Prozent genannt. Siemens sollte statt dessen an der Holding beteiligt werden.
Am Montag hatte Sarkozy bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesagt, er würde es "gerne sehen", dass die Zusammenarbeit von Siemens und Areva beibehalten werde. Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Hans-Josef Fell, bezeichnete es dagegen als "große Chance" für Siemens, die Atomkooperation mit den Franzosen zu beenden. "Dies wäre ein große Chance für Siemens, das sich dann voll auf Zukunftsenergien konzentrieren könnte. Der Wiedereinstieg Siemens’ bei der Solarenergie ist längst überfällig."
Alstom erklärte, es sei Sache des Staates, über Areva zu entscheiden. Es wäre jedenfalls "sinnvoll", wenn der Energiekonzern mit dem Atomkonzern zusammengehe, sagte ein Sprecher. An der Pariser Börse verzeichneten die Aktien von Areva, Alstom und Bouygues angesichts der Spekulationen über eine Fusion bis zum Nachmittag deutliche Kursgewinne.
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