Paris erwartet Atomaufträge für 20 Milliarden Euro aus Indien
Paris - Frankreich erwartet aus Indien in den kommenden 15 Jahren Atomaufträge im Wert von 20 Milliarden Euro. Bereits am Dienstag wollen Präsident Nicolas Sarkozy und der indische Regierungschef Manmohan Singh in Paris eine vertragliche Basis für die vom indischen Unternehmerverband angekündigten Geschäfte legen. Dazu gehöre eine Absichtserklärung zum Bau von zwei Europäischen Druckwasserreaktoren EPR, berichtet das Pariser «Journal du Dimanche» am Sonntag. Indien wolle bis zu acht EPR kaufen.
Der EPR ist gegenwärtig der Exportschlager der französischen Atomindustrie. 2007 hatte der Staatskonzern Areva zwei EPR sowie Brennstoff für acht Milliarden Euro an China verkauft. Außerdem sollen Druckwasserreaktoren in den USA und Großbritannien sowie in arabischen und afrikanischen Staaten errichtet werden.
Die ersten beiden Reaktoren sind derzeit in Finnland und in Frankreich im Bau. Indien will neben dem EPR auch russische und amerikanische Reaktoren kaufen, um den Anteil des Atomstroms an der Stromversorgung von drei auf 20 Prozent zu heben. Singh nimmt an diesem Montag am Gipfel EU-Indien in Marseille teil, bevor er sich am Dienstag erneut mit Sarkozy trifft.
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