Ostsee-Gasleitung: Frist für schwedische Stellungnahme bis August verlängert

dpa
Bild: Bauarbeiten an Pipeline


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Stockholm/Stralsund/Zug - Unter immer größeren Zeitdruck gerät das geplante Projekt des Baus einer Ostsee-Gasleitung von Russland ins deutsche Greifswald. Ein Sprecher des schwedischen Umweltministeriums teilte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Freitag in Stockholm mit, dass die Behörden seines Landes die Frist für ihre Stellungnahmen von Juni auf Ende August verlängert haben. Genauso wie Dänemark, Deutschland, Finnland und Russland gehört auch Schweden zu den fünf Ländern, durch deren Wirtschaftszone die 1200 Kilometer lange Leitung verlaufen soll.


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Der für Frühjahr 2010 geplante Baubeginn für das 7,4 Milliarden Euro teure Projekt ist von der Zustimmung dieser Länder abhängig. Drei Tage vor Beginn der Erörterungen zum deutschen Genehmigungsverfahren äußerte sich der zuständige Projektleiter des Betreiberkonsortiums Nord-Stream, Jens Lange, in Stralsund optimistisch, dass es für den 81 Kilometer langen deutschen Abschnitt "keinen Bedarf an Nachbesserungen" geben werde.

Aus dem Umweltministerium in Stockholm hieß es zu der Fristverlängerung um gut zwei Monate, Nord-Stream habe "wieder einmal" unvollständige Unterlagen eingereicht. Auch die Behörden in Finnland wollen ihre endgültigen Stellungnahmen nun erst bis Ende August abgeben. Am Betreiberkonsortium sind neben Gazprom aus Russland von deutscher Seite auch E.ON Ruhrgas sowie BASF/Wintershall und der niederländische Energiekonzern Gasunie beteiligt.

Der Sprecher von Nord-Stream im schweizerischen Zug, Jens Müller, erklärte, man sehe den Baubeginn im Frühjahr 2010 weiter als "durchaus realistisch" an. Ab 2011 sollen aus dem russischen Wyborg pro Jahr bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Mitteleuropa gepumpt werden. In Stockholm haben sich mehrere Behörden mit Blick auf die Sicherheit für den Schiffsverkehr, gefährliche Minen aus dem Zweiten Weltkrieg sowie eingeschränkte Möglichkeiten für Windenergie-Parks kritisch zu der Leitung vor der schwedischen Ostseeinsel Gotland geäußert.

Nord-Stream will laut Müller den Skandinaviern mit neuem Material erläutern, warum dieser Verlauf "der optimale" sei. Sein Unternehmen rechne weiter mit einer endgültigen Stellungnahme aus Stockholm in der zweiten Jahreshälfte. Dabei sei das Jahresende die "definitive Endmarke", um im Frühjahr 2010 mit dem Bau beginnen zu können.

Schwedens konservativer Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hat mehrfach erklärt, seine Regierung werde "unter reinen Umweltgesichtspunkten" zum Pipeline-Projekt Stellung beziehen. Er gilt als positiver eingestellt als sein sozialdemokratischer Vorgänger Göran Persson. Ebenfalls betroffene Länder wie Polen und die baltischen Staaten begründen ihre Ablehnung der Leitung auch mit der daraus folgenden stärkeren Dominanz Russlands im Ostseeraum.



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