"Operation Facebook": Viel spekuliert, nichts geschehen
Berlin - Über Wochen spekulierte die Internetszene über einen möglichen Hacker-Angriff auf Facebook am 5. November - doch es geschah gar nichts. Keinerlei Störungen wurden gemeldet. Sprecher der Hacker-Gruppe Anonymous erklärten dem amerikanischen Online-Dienst CNET, die Drohung sei das Werk eines Einzelgängers gewesen und nicht von anderen Mitgliedern unterstützt worden.
Der Aufruf zu einer "Operation Facebook" am 5. November wurde Anfang August im Web veröffentlicht, im Namen der internationalen Hacker-Gruppe Anonymous. Der Sprecher in dem Video begründete die Drohung damit, dass das soziale Netzwerk die Privatsphäre seiner Mitglieder nicht respektiere. Das über YouTube verbreitete Video, das mehrere hunderttausend Mal angesehen wurde, entfachte in der Szene kontroverse Diskussionen.
Nun nannten Anonymous-Sprecher CNET sogar den Namen eines Mannes aus dem US-Staat Ohio, der allein dafür verantwortlich gewesen sei. Er habe mit seinen Drohungen weitergemacht, obwohl Anonymous mehrfach die Unterstützung verweigert habe. Für die Hacker-Gruppe mache es keinen Sinn, das Online-Netzwerk anzugreifen, über das auch sie ihre Botschaften verbreite. Stattdessen rief Anonymous am Samstag Kunden von Großbanken auf, zu kommunalen Kreditinstituten zu wechseln.
Facebook hatte betont gelassen auf die Angriffs-Drohung reagiert. "Wir erwarten einen möglichen Angriff von Anonymous genauso, wie wir andere Angriffe an jedem anderen Tag erwarten", erklärte das Unternehmen am Freitag. "Aufgrund unserer Größe drohen uns die gleichen Gefahren, wie sie überall im Internet zu finden sind." Facebook habe Systeme aufgebaut, die sich allen Herausforderungen stellen könnten.
Der 5. November ist der Jahrestag eines geplanten Sprengstoffanschlags auf das Parlament in London und auf den englischen König Jakob I. im Jahr 1605. Anführer der Verschwörer war der katholische Offizier Guy Fawkes, der daraufhin hingerichtet wurde. An das versuchte Attentat erinnert der englische Kinderreim:
"Remember, remember the Fifth of November
Gunpowder, treason and plot;
I know of no reason why gunpowder treason
Should ever be forgot."
Die Maske von Guy Fawkes aus einem 2005 gedrehten Film tragen Anonymous-Mitglieder bei öffentlichen Demonstrationen. Anonymous trat erstmals 2008 mit Protestaktionen gegen die Organisation Scientology in Erscheinung. Die politische Hacker-Bewegung hat nach eigenen Angaben keine Führung, keine feste Organisation und keine Zentrale. Mitglieder und Sympathisanten, unter ihnen auch Aktivisten in Deutschland, verbinden sich ad hoc zu einzelnen "Operationen".
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