OPEC streitet über politische Rolle des Ölkartells

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Bild: palniki gazowe


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Riad (AFP) - Den dritten Gipfel der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat ein Streit über die künftige Strategie des Kartells geprägt. Während sich vor allem der venezolanische Präsident Hugo Chávez für eine größere politische Rolle der OPEC einsetzte, warnte der saudiarabische König Abdallah davor, Öl zum Konfliktinstrument zu machen. In ihrer Abschlusserklärung bekundeten die Mitgliedstaaten am Sonntag in Riad, die Weltmärkte auch weiterhin "zuverlässig und ausreichend" mit Öl beliefern zu wollen.

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Zum Beginn des zweitägigen Treffens in Riad hatte Chávez eine deutliche Warnung an die USA gerichtet: Wenn sie "so verrückt wären, den Iran anzugreifen oder erneut Venezuela zu attackieren, könnte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl nicht 100, sondern 200 Dollar erreichen", sagte er. "Öl ist die Quelle aller Aggressionen" in der Welt, sagte der venezolanische Präsident weiter, der als Gastgeber des vorherigen OPEC-Gipfels in Caracas das Treffen in der saudiarabischen Hauptstadt eröffnen durfte. Chávez fügte hinzu, Erdöl sei der "unterschwellige Grund" für den Krieg im Irak und die Drohungen gegen den Iran.

Die OPEC solle sich zu einem "aktiven geopolitischen Agenten" entwickeln, forderte Chávez. Unterstützung erhielt er vom ecuadorianischen Staatschef Rafael Correa, dessen Land kurz zuvor nach rund 15 Jahren als 13. Mitglied in die Riege der OPEC-Staaten zurückgekehrt war. "Wir sollten keine Angst vor einer politischen Vision haben", sagte Correa am Sonntag. Die OPEC lasse sich nicht einfach auf die Rolle einer Wirtschafts-Organisation reduzieren. König Abdallah nannte hingegen rein wirtschaftliche Hauptziele der OPEC: Sie solle die Mitgliedsländer und die Weltwirtschaft schützen und "unerwarteten Störungen des Ölpreises" entgegenwirken.

Abdallah kündigte die Schaffung eines Umweltfonds an, dessen finanziellen Grundstock Saudi-Arabien mit 300 Millionen Dollar legen wolle. Damit sollten Studien über Umwelt, Energie und Klimawandel finanziert werden. In ihrer Abschlusserklärung sprachen sich die OPEC-Mitglieder für den Einsatz "sauberer Technologien" im Kampf gegen den Klimawandel aus.

Meinungsverschiedenheiten hatte es im Vorfeld des Gipfels auch über die Auswirkungen der Dollarschwäche auf die Einnahmen der OPEC-Mitglieder gegeben. Der Iran und Venezuela hatten sich dafür ausgesprochen, in der Abschlusserklärung des Gipfels auf das Problem einzugehen. Der OPEC-Generalsekretär Abdallah el Badri wies die Forderung jedoch zurück. Da der Ölpreis auf dem Weltmarkt in der US-Währung abgerechnet wird, verringern sich die Einnahmen der Öl-Exporteure bei einem niedrigen Dollarkurs. Der Iran beschloss bereits, seine Öl-Exporte nicht mehr in Dollar, sondern in anderen Devisen wie dem Euro abzurechnen.

Auf dem dritten Gipfel seit der Gründung der OPEC im Jahr 1960 waren neben Saudi-Arabien, Venezuela, dem Iran und Ecuador weitere neun Mitgliedsländer vertreten: Algerien, Angola, die Vereinigten Arabischen Emirate, Indonesien, Irak, Kuweit, Libyen, Nigeria und Katar. Mit seinen Äußerungen platzierte sich Ecuadors Präsident deutlich in das Lager der US-Gegner in dem Öl-Kartell, das von pro-westlichen Staaten dominiert wird.



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