OMV investiert Milliarden für den Einstieg ins Stromgeschäft
München - Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV will mit einer Investition in Milliardenhöhe seinen Einstieg ins Stromgeschäft vorantreiben. In den nächsten Jahren will das Unternehmen drei kombinierte Gas-Dampf-Kraftwerke im rumänischen Petrobrazi, in Samsun in der Türkei sowie im oberbayerischen Haiming errichten. Sie sollen Strom für regionale Abnehmer produzieren sowie für den Großhandel im öffentlichen Stromnetz. OMV könne sich dabei auf seine bestehenden Aktivitäten im Gasgeschäft stützen und die Wertschöpfungskette erweitern, erklärte OMV-Vorstandsmitglied Werner Auli, der das Geschäftsfeld Gas & Power verantwortet, am Mittwoch in München.
Die beiden Kraftwerke in Rumänien und der Türkei sind bereits in Bau, für das Kraftwerk in Haiming nahe Burghausen stehe die endgültige Entscheidung derzeit noch aus, hieß es. Sie sei abhängig von den entsprechenden Genehmigungen durch die Behörden und der künftigen Netzeinbindung des Kraftwerks. Die Inbetriebnahme der drei Standorte ist schrittweise bis 2013 geplant. Dabei will OMV auf eigenes Erdgas zurückgreifen. Auch die Errichtung von Stromkraftwerken auf Basis alternativer Energien prüft das Unternehmen. Vor einiger Zeit hatte OMV schon einmal mit dem letztlich gescheiterten Übernahmeversuch für den österreichischen Stromkonzern Verbund einen Anlauf für den Einstieg ins Stromgeschäft unternommen.
Nach einem Dämpfer durch die Finanz- und Wirtschaftskrise rechnet OMV zukünftig wieder mit einem deutlich steigenden Strombedarf. "Ein Großteil des Wachstums im Stromgeschäft wird durch Gaskraftwerke gedeckt werden", sagte Auli. OMV könne davon durch seine starke Position im Gasgeschäft profitieren, das im vergangenen Jahr knapp ein Fünftel der Gesamtumsätze des Unternehmens von gut 25 Milliarden Euro ausmachte. Neben der Gasversorgung ist der österreichische Konzern auch im Gas-Großhandel aktiv und betreibt Gas-Speicher sowie Pipelines.
Hinzu komme beispielsweise in Deutschland ein stark modernisierungsbedürftiger Kraftwerkspark und der vereinbarte Atomausstieg, der für einen großen Bedarf an umweltfreundlichen Technologien sorge, sagte Auli. Die Gas-Kombi-Kraftwerke böten zudem eine hohe Flexibilität und könnten so dazu beitragen, Versorgungsengpässe bei der Nutzung von erneuerbaren Energien zu überbrücken.
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