Offshore-Anbindung: Missbrauchsverfahren gegen Tennet
Berlin - Weil der Stromnetzbetreiber Tennet die Anbindung für den Nordsee-Windpark "Deutsche Bucht" auf unbestimmte Zeit verschoben hat, will das Unternehmen Windreich einen Antrag auf ein Missbrauchsverfahren stellen. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende Willi Balz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Es wäre das erste Verfahren dieser Art.
Das entsprechende Verfahren gegen Tennet wurde von der dafür zuständigen Bundesnetzagentur eingeleitet. Die Verhandlung wurde für den 12. September angesetzt. Das niederländische Unternehmen, das 2010 das E.ON-Netz übernommen hatte, ist seit Monaten wegen Problemen beim Anschluss der Nordsee-Windparks massiv in der Kritik.
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Probleme Ende der Woche auch bei einem Besuch in den Niederlanden ansprechen. Insgesamt fehlen bis zu 15 Milliarden Euro an Kapital. Tennet will aber bisher nicht die Verantwortung für die Netzanschlüsse abgeben.
"Wir müssen hier Schwung reinbringen und unsere Rechtsposition mal definieren", sagte Balz. Bei anderen Projekten von Windreich in der Nordsee mache Tennet eine gute Arbeit. "Aber wir wollen natürlich Erlöse aus produziertem Strom und nicht Schadensersatzerlöse." Windreich plant, baut und finanziert speziell Offshore-Windparks.
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