Oettinger entwickelt Idee einer "paneuropäischen Energiepolitik"
Langen - Der EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger, erwartet von Deutschland und Europa ein "Angebot" an die Staaten Nordafrikas. Angesichts der vorherrschenden Demokratiebewegungen reiche es nicht, auf der italienischen Insel Lampedusa Flüchtlinge zu begrüßen und in Ägypten ein neues Ferienresort zu eröffnen, so Oettinger am Samstag auf dem Landestag der hessischen Jungen Union in Langen. Europäische Politik müsse künftig nicht allein von den 27 EU-Mitgliedsländern gestaltet werden, sondern zusammen mit den nordafrikanischen Staaten und der Türkei.
Baustein des Angebots an Nordafrika könne der Aufbau eines gemeinsamen Stromleitungsnetzes sein. Oettinger beschrieb erneut seine Idee einer "paneuropäischen Energiepolitik". In Langen verwendete er die Bezeichnung "paneuropäisch-afrikanisch". Wenn Europa künftig stärker auf erneuerbare Energien setze, dürfe es auf die Windkraft Marokkos und Solarstrom aus Ägypten nicht verzichten. Auch der Ausstieg aus der Atomkraft sei anders kaum denkbar, sagte der frühere baden-württembergische CDU-Ministerpräsident, der im vergangenen Jahr als EU-Kommissar nach Brüssel gewechselt war.
Selbst wenn in Deutschland überhaupt kein Reaktor mehr laufe, komme wegen des europäischen Energieverbunds noch für lange Zeit Atomstrom aus den Steckdosen in den Haushalten, sagte Oettinger. Gerade von den Unionsparteien, die inzwischen den Atomausstieg befürworten, erwarte er daher die Ausrichtung auf eine paneuropäische Energiepolitik, erklärte der EU-Kommissar.
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