Oettinger: Abhängigkeit von russischem Gas wird noch größer
Moskau - Die hohe Abhängigkeit der EU-Länder von Gas aus Russland wird nach Ansicht von EU-Energiekommissar Günther Oettinger weiter zunehmen. Für den Marktanteil Russlands werde eine Steigerung von derzeit 25 auf bis zu 35 Prozent erwartet. Dies sagte Oettinger der Moskauer Zeitung "Kommersant" (Freitagsausgabe).
Zwar rechne die EU weiter mit dem europäischen Nabucco-Projekt, einer Gasleitung vom Kaspischen Meer. Allerdings würden die Transitleitungen für russisches Gas durch die Ukraine und Weißrussland für den Westen auch "in den folgenden Jahrzehnten die wesentlichste Rolle" spielen, sagte Oettinger.
Wegen Problemen mit unbezahlten Rechnungen zwischen Russland und seinen Nachbarn Ukraine und Weißrussland hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt ernste Lieferschwierigkeiten nach Westen gegeben.
Die Europäische Union wolle in den nächsten Jahren im Mittelmeerraum mehrere Anlagen bauen, in denen Flüssiggas aus dem Nahen Osten und Nordafrika umgewandelt werde, kündigte Oettinger an. "Erdgas bleibt in den nächsten 30 bis 40 Jahren die wichtigste Komponente des europäischen Energiemarktes."
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