Ölpreise bleiben günstig - Anstieg in 2. Jahreshälfte erwartet

dpa-AFX
Bild: Ölfass mit ansteigendem Diagramm


Weitere Informationen

gesamtes Archiv
RSS-Feed abonnieren



Frankfurt - Die beispiellose Talfahrt der Ölpreise wird sich nach Einschätzung von Experten noch bis weit in dieses Jahr hinein ziehen. Der Markt befinde sich aktuell in einer ausgeprägten Übertreibungsphase nach unten. Zuletzt kostete das Öl deutlich deutlich weniger als 50 Dollar und damit nur noch etwa ein Drittel des Rekordwerts aus dem Sommer 2008. Die DekaBank-Rohstoffexpertin Dora Borbély spricht "von extrem niedrigen Preisniveaus, die sich nicht mehr durch den globalen Konjunkturabschwung erklären lassen". Diese "Untertreibung" werde noch einige Zeit anhalten. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2009 rechnen einige der befragten Experten wieder mit einem starken Anstieg der Ölpreise.


- Anzeige -

Borbély prognostiziert für 2009 einen Durchschnittspreis beim Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) von 80 Dollar je Barrel (159 Liter). Den zu erwartenden Durchschnittspreis für Rohöl der Nordseesorte Brent setzt sie auf 79 Dollar an. Eine ähnliche Entwicklung erwarten auch die Rohstoffexperten der Postbank. Sie rechnen mit einem WTI-Durchschnittspreis von 82 Dollar und beim Brent-Öl knapp darunter bei 80 Dollar. Dagegen setzten die Volkswirte der Düsseldorfer WestLB die zu erwartenden Durchschnittspreise deutlich niedriger an: 52 Dollar für WTI-Öl und 50 Dollar je Fass für die Brent-Sorte.

Angebot kann kaum noch gesteigert werden 
Die Finanzkrise und die darauffolgende Konjunkturflaute hätten den jüngsten Preisverfall an den Ölmärkten ausgelöst, sagte die Expertin Fabienne Riefer von der Postbank. Die Spekulanten würden derzeit nach wie vor auf fallende Ölpreise wetten. "Erst wenn sich ein Abklingen der Finanzmarktkrise abzeichnen sollte, könnte die Angebotsseite wieder stärker ins Blickfeld rücken", sagte Riefer.
 
Nach Einschätzung von Arnd Schäfer von der WestLB kann das weltweite Angebot an Rohöl aber "nur noch begrenzt gesteigert werden". Alte ergiebige Quellen wie beispielsweise in Mexiko und in der Nordsee würden allmählich versiegen. Neue Reserven in der Tiefsee und in den Polargebieten seien schwer zu erreichen oder nur sehr kostenintensiv zu erschließen. "Freie Kapazitäten sind in den vergangenen Jahren fast komplett verschwunden", sagte Schäfer. Zudem könnte auch die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) vor dem Hintergrund des Preisverfalls an den Ölmärkten die Fördermengen erneut kürzen und so das Angebot auf den Weltmärkten weiter verknappen, hieß es von Experten.
 
Expertin: 'Rohstoffsuperzyklus noch längst nicht vorbei'
Noch sorgt die Wirtschaftskrise aber für eine schwächere Nachfrage nach Rohöl. In den Industriestaaten dürfte der Rückgang des Ölverbrauchs 2009 und 2010 so stark ausfallen, "dass aller Voraussicht nach auch weltweit der Verbrauch erstmals seit 15 Jahren sinken dürfte", sagte der WestLB-Experte Schäfer. Er rechnet damit, dass der Rohölverbrauch 2009 um rund 1,4 Prozent und 2010 um 0,3 Prozent zurückgehen wird. "Das wäre der größte Rückgang seit Beginn der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts."
 
Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg sieht die Lage nicht so pessimistisch wie sein Kollege. Seiner Einschätzung nach dürfte die weltweite Ölnachfrage 2009 im Vergleich zu diesem Jahr "fast konstant bleiben". Das Angebot werde dabei deutlich schneller fallen als die Nachfrage, warnte der Experte. Trotz der "widrigen konjunkturellen Bedingungen" sei im Jahresverlauf sogar eine Preisrallye beim Öl um die 50 Prozent möglich.

Auch wenn die Einschätzungen der Experten vor dem Hintergrund der enormen Preisschwankungen der vergangenen Monate teils weit auseinander gehen: Langfristig rechnen alle wieder mit steigenden Ölpreisen. Der Preis für Rohöl befinde sich nach wie vor in einem langfristigen Aufwärtstrend, heißt es. "Der Aufholprozess der Schwellenländer wird die Nachfrage nach Öl auf Dauer wieder steigen lassen", versicherte beispielsweise Rohstoffexperte Schäfer. Sobald die Weltwirtschaft wieder an Fahrt gewinnt, dürften die Ölpreise wieder ansteigen. Auch Borbély von der DekaBank ist sich sicher: "Der Rohstoffsuperzyklus ich noch längst nicht vorbei. Er ist nur vorübergehend außer Gefecht gesetzt."



Weitere Nachrichten vom 12.01.2009

Kostenlose Beratung
0800 80 80 890
Mo-Fr 8-20 Uhr
Sa 9-16 Uhr

Häufig gestellte Fragen
Skype Video-Beratung
Verivox ist ausgezeichnet
Benachrichtigungsservice
Aktuelle Tarifangebote für
Sie zusammengestellt.
Wechseln über Verivox
Herr Müller zeigt, wie's geht. Herr Müller
  • Schnell und einfach sparen
  • Über 12 Jahre Erfahrung
  • Über 4 Millionen Kunden
mehr Vorteile
Services
Geschäftspartner
MeinVerivox
  • Newsletter mit Spartipps
  • Aktionen & neue Tarife
  • Aufträge verfolgen